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Wathlingen Schülersprecher mit vielseitigem Interesse
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Schülersprecher mit vielseitigem Interesse
14:16 13.06.2010
Ubeydullah Yilmaz ist einziger Schülersprecher aus dem Landkreis Celle im Landesschülerrat. Quelle: Peter Müller
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Wathlingen

CELLE . Sudmeier sieht durchaus die Gefahr, dass Ubey sich verzetteln könnte und die schulische Leistung leidet: „Deshalb fließt sein soziales Engagement in Teilen mit in seine Noten ein.“

Sudmeier hatte Ubey, seit vier Jahren Schülersprecher, seinerzeit deswegen von einer Kandidatur für den Landesschülerrat abgeraten. „Ich hatte aber große Lust auf die Aufgabe“, sagt Ubey, der mit nur zwei Gegenstimmen vom Kreisschülerrat in dieses Amt gewählt wurde. „Nachdem ich schon Mitglied im Kreisschülerrat war, wollte ich noch mehr.“ Auch als Unternehmer hat Ubey Lorbeeren gesammelt. Mit sechs Mitstreitern betreibt er ohne organisatorische Unterstützung durch die Schule die Schülerfirma „McBröt“, die an jedem Schultag rund 100 Käse- und Schokobrötchen verkauft. Die Erlöse kommen der Schule zugute.

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Mit diesen Tätigkeiten ist ein erheblicher Zeitaufwand verbunden: Ubey, seit kurzem im Besitz eines Führerscheines, ist vier- bis fünfmal im Monat auf Seminaren des Landesschülerrates in den Geschäftsstellen in Lüneburg oder Hannover. Diese sind teilweise mehrtägig mit Übernachtung. Inklusive der Sitzungen des Kreisschülerrates hat er jede Woche zwei außerschulische Termine. „Manchmal bekomme ich dafür schulfrei. Ich will mir meinen Abschluss nicht verbaseln“, sagt Ubey. Als der Landesschülerrat ihn auch zum Pressesprecher machen wollte, lehnte er dankend ab: „Das war zu viel. Vielleicht im nächsten Jahr, wenn der Posten neu vergeben wird.“

Im Landesschülerrat sind die Schülersprecher in Arbeitsgruppen zu Themen wie Umweltschutz, Pressearbeit und der Zukunft der Hauptschulen aktiv. Die Ergebnisse teilt Ubey dann den Klassensprechern auf den Schülervertretungssitzungen unter seiner Leitung mit. Als Konfliktlotse ist er Streitschlichter an seiner Schule, aber ihm ist wichtig, Zivilcourage auch außerhalb des Schulhofes zu zeigen: „Man muss bei Schlägereien dazwischen gehen und schlichten.“ Ubey spielt Fußball und pfeift auch. Nächstes Jahr zieht er nach Hannover, um sein Fachabitur an der Fachoberschule Wirtschaft zu machen: „Dann werden auch meine Wege für die Ämter kürzer. Außerdem kann ich dort weiter Fußball spielen.“ Viele Mitschüler sagen ihm, er soll Abgeordneter werden. „Ich habe großes Interesse an Politik, vor allem Schulpolitik“, möchte Ubey diesen Weg nicht ausschließen.

Von Paul Gerlach