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Wathlingen Wathlingen freut sich auf Oberschule
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlingen freut sich auf Oberschule
15:48 07.07.2011
Von Simon Ziegler
Was bedeutet die Umsetzung des Schulgutachtens für Haupt- und Realschule in Wathlingen Quelle: Peter Müller
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Wathlingen

Die Pläne von Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau sehen eine deutliche Stärkung des Standortes Wathlingen vor. Haupt- und Realschule sollen zu einer Oberschule fusionieren, steht in der Expertise, die der Kreis in Auftrag gegeben hat. "Zwei Oberschulen in Wathlingen sowie in Flotwedel könnten trotz dramatischer Demografieverluste tragfähig sein", heißt es. Auf Seite 293 folgt dann der für viele entscheidende Satz. "An dem Standort Wathlingen könnte ein gymnasialer Zweig gebildet werden."

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Damit wäre Wathlingen einer der großen Gewinner der umfangreichsten Schulreform der vergangenen Jahre. Kein Wunder, dass die Politik vor Ort die Pläne mehrheitlich begrüßt. Schon vor Monaten hatte sich der Samtgemeinderat für das neue Schulmodell ausgesprochen. Im Herbst soll ein Runder Tisch mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Schulen und Eltern Feinheiten ausarbeiten.

Die Bildungslandschaft in Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf steht damit erneut vor großen Veränderungen. Ab August bieten die drei Grundschulen Ganztagsunterricht an, ein finanzieller Kraftakt für die Samtgemeinde. Nur zwölf Monate später könnten Haupt- und Realschule fusionieren und der Startschuss für ein gymnasiales Angebot bis Klasse 10 fallen. Der Kreistag entscheidet darüber schon Ende August. Wirklich Zweifel, dass Wathlingen Oberschulstandort wird, hat niemand.

"Nach meiner Einschätzung wird die Oberschule mit gymnasialem Zweig kommen", sagt beispielsweise Hauptschulrektor Fritz Sudmeier. Zwar brauche seine Schule die Reform nicht, weil die Anmeldezahlen immer noch sehr ordentlich seien, Sudmeier kann sich aber eine Oberschule gut vorstellen. "Das wichtigste ist, dass der Standort erhalten bleibt."

Dafür sorgt wohl allein schon der begonnene Bau des Wathlinger Vier-Generationenparks neben der Schule. Denn der Park ist ohne das Bildungszentrum nicht denkbar. So werden Bücherei und Mensa in dem Gebäude integriert.

Indes hat der Gutachter einen Teilabriss des Schulgebäudes vorgeschlagen. Der Neubau könnte dann auf dem Vorplatz, also auf dem heutigen Busbahnhof errichtet werden. Der Landkreis aber hat andere Pläne. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass in den kommenden Jahren bis zu 9,5 Millionen Euro in die Sanierung des Schulzentrums gesteckt werden. Zusammen mit dem Vier-Generationenpark werden fast 14 Millionen Euro an dem Standort investiert. Sowohl Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube als auch Kreisschulamtsleiter Reinhard Toboll haben sich jetzt für die Sanierung und gegen den Neubau ausgesprochen. Ein Argument ist die architektonische Einheit zum Generationenpark.

Planer Krämer-Mandeau hat sich auch zum Thema Grundschulen geäußert. Die Einrichtungen, vor allem in Adelheidsdorf, könnten Probleme mit den Zügen bekommen, so dass über Fusionen nachgedacht werden müsse. Die Politik in der Samtgemeinde lehnt dies entschieden ab. Direkte Folgen müssen nicht befürchtet werden. Die Samtgemeinde entscheidet über die Grundschulen selbst.