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Wathlingen Wathlinger klagen über Hühnerkot
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger klagen über Hühnerkot
14:03 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Landwirt hat direkt am Tennisclub Wathlingen LKW-Ladungen Hühnerkot abgeladen, mit der er angeblich ein Spargelbeet anlegen will. Tennisclub ist Tiersich sauer: Stinkt zum Himmel,meint Joachim Bott Quelle: Peter Müller
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Wathlingen

Einen wahrhaft tierischen Gestank beklagen mehrere Sportvereine in Wathlingen. „Der Geruch ist extrem unangenehm. Jetzt ist auch noch eine Fliegenplage dazugekommen“, sagt Joachim Bott, zweiter Vorsitzender des Wathlinger Tennisclubs. Das Spielvergnügen sei durch „den bestialischen Gestank und tausende Fliegen stark eingeschränkt“. Draußen sitzen könnten die Spieler kaum noch, klagt der Mann, der für die CDU auch im Gemeinderat sitzt.

Ein Landwirt aus der Umgebung, Pächter der Fläche, hatte nach Botts Angaben am 25. Juni eine „LKW-Ladung Hühnertrockenkot“ auf einem landwirtschaftlichen Feld in direkter Nachbarschaft zu den Tennisplätzen abgelagert. Seitdem liegt der Kot dort – zum großen Ärger der Sportler.

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Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms bestätigt, dass sich auch Vertreter des VfL Wathlingen sowie des Kleingärtnervereins bei der Gemeinde beschwert hätten. „Die Rechtslage ist aber eindeutig. Wir können nichts machen“, so der Bürgermeister, der aber alles andere als begeistert ist, dass ein Landwirt „den Hühnerkot dem Tennisverein an den Zaun gekippt hat“. Auch das Bauamt der Samtgemeinde hat sich mit dem Fall inzwischen beschäftigt und Rücksprache mit dem Umweltamt des Landkreises Celle gehalten. Ergebnis: Erst wenn der Kot länger als ein halbes Jahr dort liege, könnten die Behörden eingreifen, weil erst bei längerer Lagerung eine Gefährdung des Grundwassers denkbar sei, hieß es. Es gebe aber die Empfehlung, die organischen Abfälle aus Hühnermästereien in kürzerer Zeit in den Boden einzuarbeiten.

Hühnertrockenkot darf auf landwirtschaftlichen Feldern bis zu sechs Monate gelagert werden, erläutert Werner Schröder von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sein Kollege Michael Widdecke ergänzt, dass die Düngung mit dem Hühnerkot in den vergangen fünf, sechs Jahren bei Landwirten immer beliebter werde, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. „Im Hühnerkot sind Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten, also die Grundnährstoffe für Pflanzen“, sagte Widdecke. Der Hühnerdung werde oftmals aus Holland und dem Weser-Ems-Land bezogen.

In Wathlingen stehen die Zeichen trotz des ganzen Ärgers inzwischen auf Entspannung. Gestern sagte der Landwirt, der namentlich nicht genannt werden wollte, dass der Dreck in den kommenden 14 Tagen geräumt werde. Es sei aber eine gängige Praxis, dass der nährstoffarme Boden mit dem nährstoffreichen Kot gedüngt werde, verteidigte er sein Vorgehen. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass sich die Sportler derart gestört fühlen könnten. In Zukunft wolle er den Hühnerdung in weiterer Entfernung lagern, kündigte er an.