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Wathlingen "Ich hatte Todesangst" (Video)
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen "Ich hatte Todesangst" (Video)
10:30 09.04.2019
Von Simon Ziegler
Rudolf Fischer wurde bereits zweimal in seiner Postfiliale überfallen. Quelle: Oliver Knoblich
Wathlingen

Rudolf-Andreas Fischer hatte am Samstagmorgen seine Postfiliale gerade aufgeschlossen, da passierte es: „Die sind hier reingeschossen und haben rumgebölkt“, sagt der 62-jährige Leiter der Filiale an der Wathlinger Bahnhofstraße. Dann ging alles ganz schnell. „Der Erste hat mit einem Zimmermannshammer in den Tresen gehauen, der andere hat ein Messer gezückt – ein Fleischer-Messer mit 30-Zentimeter-Klinge. Ich hatte Todesangst.“

Gehbehindertem gelingt Flucht – zu Fuß

Die beiden Täter forderten die Schlüssel für den Tresor. Der Filialleiter holte sie aus einem Versteck und humpelte zum Tresor. Man muss dazu wissen: Rudolf-Andreas Fischer ist gehbehindert. Im vergangenen August erhielt er ein künstliches Kniegelenk, auch für das zweite Knie steht eine Operation an. „Dann ist mir der Schlüssel runtergefallen“, berichtet Fischer zwei Tage nach dem Überfall. „Aber vor den Tätern bücken wollte ich mich nicht. Dann habe ich die in meinem Rücken. Wer weiß, was dann passiert.“ Also habe er den beiden maskierten Männern zugerufen, sie sollen den Schlüssel doch selber aufheben und den Tresor aufsperren.

„Ich glaube, ich habe ihnen auch noch den Vogel gezeigt.“ Und Rudolf-Andreas Fischer, der gehbehinderte Filialleiter, nutzte seine Chance. Er humpelte in den Flur und von dort nach draußen. Dort rief er laut nach Hilfe. Nachbarn hörten ihn, die Täter flüchteten. Ohne Geld. Vor der Post wartete ein dritter Mann in einem Wagen. Die Täter fuhren Richtung Nienhagen davon. Zeugen hatten das Kfz-Kennzeichen (RA für Rastatt) des grauen VW Golf V abgelesen. Die Schilder waren Tage zuvor im Bereich Ehlershausen von einem anderen Pkw gestohlen worden. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ergebnislos, sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger.

Erster Überfall kurz nach Weihnachten

Es war innerhalb weniger Monate bereits der zweite Überfall auf die Wathlinger Postfiliale. Kurz nach Weihnachten hatte bereits ein Mann versucht, die Filiale mit vorgehaltener Waffe zu überfallen. Auch damals stand Rudolf-Andreas Fischer in seinem Laden – und schlug den Räuber in die Flucht. Der Täter habe damals „Hände hoch, Überfall“ gemurmelt. Er habe das erst gar nicht verstanden („Was hast du gesagt?“), sei auf den Täter zugegangen und habe ihn am Arm gepackt. Der riss sich los und flüchtete.

Opfer lässt sich nicht kleinkriegen

Am Samstag seien es definitiv andere Täter gewesen, sagt der 62-Jährige. Auch nach dem zweiten Überfall will er „natürlich“ in seiner Postfiliale weitermachen. Er lasse sich von „kriminellen Elementen“ nicht kleinkriegen.

Suche nach drei Tätern

Beide Täter werden als etwa 1,80 Meter groß und zwischen 20 und 30 Jahre alt beschrieben. Sie sollen Deutsch mit ausländischem Akzent gesprochen haben. Der erste Mann sei schlank und habe dunkle Kleidung getragen. Der zweite Mann habe eine korpulente Figur und eine helle graue Jogginghose getragen. Für den Fahrer des Fluchtwagens liegt keine Beschreibung vor. Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon (05141) 277215.

Ein Raubüberfall auf die Postfiliale in der Bahnhofstraße in Wathlingen beschäftigt die Celler Polizei. Es war der zweite Überfall in kürzester Zeit.

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