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Südheide Kundin fühlt sich von CUN schlecht informiert
Celler Land Südheide Kundin fühlt sich von CUN schlecht informiert
06:00 08.05.2019
Von Christopher Menge
Ein defekter Rückflussverhinderer oder ein fehlendes KFR-Ventil hat für einen erhöhten Wasserverbrauch bei Jutta Richebächer gesorgt. Dabei war eigentlich nur die Wasseruhr gewechselt worden. Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

Jutta Richebächer staunte nicht schlecht, als sie die Rechnung der Celle-Uelzen-Netz (CUN) für das vergangene Jahr bekam. Nachdem sie und ihr Mann in ihrem Haus in Hermannsburg zwischen Anfang Januar und Ende April 11 Kubikmeter Wasser verbraucht hatten, war für die folgenden Monate ein Verbrauch von insgesamt 104 Kubikmeter Wasser angegeben. Dabei hatten die Richebächers alles genauso gemacht wie zuvor – nur im Mai eine neue Wasseruhr bekommen.

Zeiger der Wasseruhr bewegt sich vor und zurück

Jutta Richebächer informierte sofort die CUN, die einen Fachmann vorbei schickte. "Er stellte fest, dass sich ein Zeiger der Wasseruhr vor- und zurückbewegte, obwohl kein Wasserverbrauch im Haus angezeigt war", berichtet Richebächer. "Gemeinsam suchten wir nach bestimmungswidrigem Abfluss von Wasser an Toiletten und Wasserhähnen, wir warfen einen Blick auf alle Hauswände, Decken und Böden, konnten aber nichts finden." Der CUN-Mitarbeiter habe daraufhin empfohlen, einen Installateur zu beauftragen, um nach dem Grund des hohen Wasserverbrauchs zu forschen.

Kein KFR-Ventil vorhanden

Dieser konnte Richebächer die Angst vor einem Wasserschaden nehmen. Ein fehlerhafter Rückflussverhinderer könnte die Ursache sein, zudem sei im hausseitigen Rohrsystem kein KFR-Ventil vorhanden, konstatierte der Installateur. "Davon hat der Mitarbeiter der CUN nichts gesagt", beklagt sich Richebächer, die für den Installateur 436,54 Euro berappen muss.

"Nach Angaben der CUN habe ich als Hauseigentümerin diese Kosten zu tragen", sagt Richebächer. "Ich frage mich allerdings und bitte um Aufklärung, warum die Fachleute von CUN auf ein fehlendes KFR-Ventil beziehungsweise einen defekten oder fehlenden Rückflussverhinderer im Zähler nicht aufmerksam gemacht haben." Dabei habe die Cellesche Zeitung dieses Problem bereits im Jahr 2006 thematisiert.

Ventil muss in Kundenanlage installiert sein

"Das Ventil gehört laut DIN Norm zum Standard der Kundenanlage und muss in jeder Anlage, die betrieben wird, installiert sein", sagt Christiane Poestges, Pressesprecherin der SVO Holding. Der Kunde sei dafür zuständig. "Sollte ein Kunde den Eindruck gewinnen, der Wasserverbrauch sei ungewöhnlich hoch, kann er sich an uns wenden, wir beraten ihn gerne."

CUN überprüft Zähler

In den meisten Fällen sei der erhöhte Verbrauch auf einen anderen Wasserbedarf, wie zum Beispiel im Sommer 2018, zurückzuführen oder liegt in der Kundenanlage begründet. "Sollte ein Kunde nach unserer Beratung den Eindruck gewonnen haben, er möchte seine Anlage von einem Installateur überprüfen lassen und dieser findet keine Begründung für den unüblichen Wasserverbrauch, so können wir den Zähler kostenpflichtig überprüfen lassen", ergänzt Poestges. "Wird festgestellt, dass der Zähler mangelhaft arbeitet, setzen wir uns mit dem Kunden in Verbindung und korrigieren die Abrechnung."

CUN korrigiert Rechnung

Korrigiert hat die CUN auch die Rechnung von Jutta Richebächer. 39 Kubikmeter Wasser muss sie nun für das vergangene Jahr bezahlen – plus den Installateur, der den Fehler gefunden hat. Ihre Kritik: "Die CUN hat den um 300 Prozent erhöhten Wasserverbrauch nach Setzung des neuen Zählers nicht kritisch überprüft und mich als Verbraucherin nicht informiert." Poestges kündigt aber an, "gerne nochmal Kontakt mit der Kundin aufnehmen" zu wollen.

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