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Südheide Exotische Faszination und anmutige Ästhetik aus dem Zulu-Land
Celler Land Südheide Exotische Faszination und anmutige Ästhetik aus dem Zulu-Land
15:15 18.06.2010
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Hermannsburg

Unter dem Titel „Skulpturen aus dem Zulu-Land“ zeigt das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Hermannsburg in einer Sonderausstellung Erinnerungsstücke aus der Sammlung des in Müden lebenden Herbert Seinwill aus seiner langjährigen Zeit als Südafrika-Missionar. Dabei handelt es sich im Gegensatz zu der weit verbreiteten Souvenir-Produktion um Unikate, die sich durch ihre Authentizität und durch ihre künstlerische Qualität von den zahlreichen kitschigen Nachbildungen unterscheiden, die immer wieder den Touristen feilgeboten werden. Authentische Handwerkskunst, erwachsen aus der religiösen und gesellschaftlich kulturellen Tradition, vornehmlich geschaffen für rituelle und dekorative Zwecke, aber auch Haushaltsutensilien wie kunstvoll verzierte Melkeimer, Schalen, Schöpflöffel und Salatbestecke. Diese schon seit Jahrhunderten für den Alltagsgebrauch hergestellten Objekte mögen in ihrer ungewohnten Formensprache befremdlich wirken, doch sie tragen quasi die Wildnis Südafrikas in sich, versprühen die Freude der Zulus an Form und Farbe und strahlen neben ihrer exotischen Faszination auch eine unbeschreiblich anmutige Ästhetik aus. Als Material für die kunstvoll geschnitzten Skulpturen und Gebrauchsgegenstände dient Olivenholz, eines der härtesten Hölzer der Welt, das nicht nur wegen seiner attraktiven Maserung, sondern – nach sorgfältig erfolgter Bearbeitung – auch wegen seiner glatten glänzenden Oberfläche zum dekorativen Blickfang wird.

Um zu demonstrieren, dass die – von uns zumeist losgelöst betrachtete – „Afrikanische Kunst“ an ihrem Ursprungsort fast immer in rituelle oder kultische Ensembles eingebettet ist, wurde die Vernissage durch die Genre-kundige Percussionistin Ulrike Meinholz von südafrikanischen Rhythmen untermalt, in die die Gäste mit kurzfristig eingeübtem Gesang einstimmten. Und wie von selbst übertrug sich dieses ansteckende „Mittendrinsein-Feeling“ auf das Publikum.

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●Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist bis zum 12. September im Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg zu sehen. Sie ist geöffnet montags bis samstags von 8.30 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Von Rolf-Dieter Diehl