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Südheide Hermannsburger Arbeitsagentur vor dem Aus?
Celler Land Südheide Hermannsburger Arbeitsagentur vor dem Aus?
17:05 12.07.2011
Wird die Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit in Hermannsburg geschlossen. Foto: dpa Quelle: Tore Harmening
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Hermannsburg

Der Arbeitsmarkt in Deutschland und in Celle boomt. Das sind gute Nachrichten für die Wirtschaft, aber eher schlechte für die Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Denn sie werden nicht mehr in der großen Zahl benötigt, wenn es weniger Arbeitslose gibt.

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Die BA will im Zuge ihrer Sparpläne die Präsenz in kleineren Städten reduzieren. 20 von derzeit 1076 Beratungsstellen droht die Schließung, wie BA-Chef Jürgen Weise in einem Interview sagte. „Wenn wir einen Standort schließen, dann reden wir von Kleinsteinheiten“, so der BA-Chef. Vor allem in ländlichen Regionen könnte die BA nach diesen Worten ihre eigenen Standorte aufgeben. Ländliche Standorte so wie die Außenstelle in Hermannsburg?

Marc Seemann, Sprecher der Celler Agentur für Arbeit kann das nicht ausschließen. „Am Freitag tagt der Verwaltungsrat der Bundesagentur und dann gibt es Entscheidungen“, sagte Seemann. Derzeit gehen die Verantwortlichen in Celle nicht davon aus, dass Hermannsburg geschlossen wird. Im Fokus für die Schließung sind Standorte mit fünf bis zehn Mitarbeitern. Da würde Hermannsburg, wo immer noch mehr als 20 Personen arbeiten, laut Seemann auch drüber kommen, wenn die neue Arbeitsgemeinschaft mit dem Landkreis gegründet ist.

In Hermannsburg werden derzeit knapp 1200 Arbeitslose betreut. Sie sollen aber, sollte die Entscheidung doch gegen Hermannsburg fallen, nicht bis nach Celle fahren müssen, um mit dem Amt zu kommunizieren. Stattdessen ist laut BA-Chef Weise geplant, dass Mitarbeiter den Arbeitsuchenden tageweise in angemieteten Räumen zur Verfügung stehen. Ein Sprecher der Regionaldirektion Hannover ergänzte, dass auch stärker online gearbeitet werden könne, auch wenn es konkrete Pläne dazu noch nicht gibt.

Generell wird es in den kommenden Jahren aber bei der BA darum gehen, Stellen abzubauen. Bis 2015 will die Behörde schrittweise mit 7,5 Milliarden Euro weniger auskommen. Wie viele Stellen in Celle betroffen sind, konnte der Celler Sprecher noch nicht sagen. Derzeit wird aber nicht von betriebsbedingten Kündigungen ausgegangen.Vielmehr sollen Mitarbeiter, die ausscheiden, nicht ersetzt werden.

BA-Chef Weise schreibt den Mitarbeiter in den Beratungsstellen ins Stammbuch, dass sie angesichts der Veränderungen am Arbeitsmarkt umdenken müssten. Statt der Jobvermittlung soll es vermehrt Qualifikationsmaßnahmen gegen den drohenden Fachkräftemangel geben.

Von Tore Harmening