Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Kleine Steinmetze mit großen Plänen
Celler Land Südheide Kleine Steinmetze mit großen Plänen
18:22 26.07.2016
Aus Betonblöcken fertigen die Kinder eigene Skulpturen ganz nach ihrem persönlichen Geschmack. Dann geht es in den trockenen Keller, um die Kunstwerke anzumalen. Quelle: Tabea Rabe
Hermannsburg

Der spontane Regenfall hat es den jungen Steinmetzen nicht leicht gemacht bei der Ferienpass-Aktion „Der Stein der Weisen“. Denn bei Nässe und Feuchtigkeit lässt es sich nicht leicht hobeln und meißeln. Abbringen von so ein paar Tropfen lassen sich die jungen Künstler aber nicht und ziehen einfach schnell in den Keller um. So haben sie es schließlich doch noch geschafft, ihre Skulpturen zu vollenden.

Bei dem Ferienpass-Termin im Jugendzentrum Fiesta von Hermannsburg haben die zehn Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren aus großen Ytong-Steinen, also feinporigem und leichtem Beton, Kunstwerke erschaffen. Katzen, Autos und Schiffe waren dabei, aber auch Schildkröten oder das Wappen des Fußballvereins Hannover 96 waren dabei.

Gesponsert wurde die Aktion durch den Förderverein der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hermannsburg, in dem Betreuerin Heike Gottesleben Vorstandsmitglied ist. Jedes Jahr veranstaltet der Verein eine entsprechende Ferienpass-Aktion. Dabei versuchen sie, immer wieder etwas Besonderes zu machen. „Es sind Sachen, die man nicht zu Hause oder in der Schule macht“, sagt Gottesleben.

Die Steine mit Hobel und Feile zu bearbeiten, gestaltet sich für die kleinen Handwerker als Schwerstarbeit, aber die Kinder sind mit vollem Eifer dabei und haben teilweise wirklich gute Ideen, wie sie ihre Skulpturen sinnvoll benutzen können. Der zehnjährige Maurice hat zum Beispiel aus seinem Stein seine Hausnummer gemacht. „Wir brauchten eh eine“, erklärt er schulterzuckend. Seine Mutter und sein Vater wird das sicherlich freuen. Eine Sache weniger, die sie nach ihrem kürzlichen Umzug besorgen müssen. Zum Glück ist das Haus das erste in der Straße und so war Maurice schnell fertig mit der Form der „1“.

Ninke (7) hat da doch etwas mehr Probleme. Sie hat sich für eine Schildkröte entschieden, da eine Freundin ihrer Mutter selbst so ein Tierchen namens „Schiggi“ besitzt. Obwohl Ninke schon einmal mit Speckstein gearbeitet hat, sind die komplexen Formen teilweise doch etwas zu viel für das Mädchen. Glücklicherweise steht dafür Sandra Deutgen, Freundin von Gottesleben und zweite Betreuerin, mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam schaffen sie es, die komplizierte Form der Schildkröte aus dem Stein zu meißeln.

Nachdem die Formen fertig sind, geht es in den Keller. Dort können die Kinder mit Acrylfarben ihre Steine bunt bemalen. Genügend Farben sind dafür da, sodass jedes Kind ganz kreativ und frei arbeiten kann. Deutgen und Gottesleben möchten den Kindern dabei so wenig Vorgaben wie möglich geben. „Wenn die Katze blaue Ohren hat, dann hat sie halt blaue Ohren, ist doch auch schön“, erklärt Gottesleben, „Wir schulen damit die Spontaneität der Kinder“. Diese fehle ihrer Meinung nach heutzutage oft in Schulen und solle gefördert werden.

Von Tabea Rabe