Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Kultur Südheide Musikalisches Erlebnis erwartet die Zuschauer
Celler Land Südheide Kultur Südheide Musikalisches Erlebnis erwartet die Zuschauer
17:47 02.09.2019
Hans Jürgen Doormann Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Hermannsburg

Wenn am Sonntag, 8. September, um 18 Uhr Hans Jürgen Doormann zusammen mit der Berliner Flötistin Elisabeth Ruhe ins neue Evangelische Gemeindezentrum in Hermannsburg einlädt, dann ist das nicht nur eine Art kultureller Einweihung des von der Gemeinde schon länger in Gebrauch genommenen Hauses, sondern dann könnte dieser Abend auch ein musikalisches Erlebnis werden, denn dass Doormann ein begnadeter Musiker ist, das weiß in der Region fast jeder. Dass er auch einmal drauf und dran war, sich als Cembalist zu profilieren, das wissen nur die wenigsten.

Im Ruhestand Auftritte als Solist

Und das hat Doormann in seinen vielen Jahren als Kantor auch nie herausgestellt. Ihm war die ortsgebundene kontinuierliche Arbeit als Dirigent immer wichtiger als ein Leben als reisender Musiker. Nun aber, seit er im Ruhestand nur noch das macht, was seine Seele am meisten beflügelt, gönnt sich Doormann immer wieder auch mal einen Auftritt als Solist, wozu er früher schlicht keine Zeit hatte.

Faszinierender Klang

Doormanns Begeisterung für das Cembalospiel geht zurück bis in seine Jugend, als er das damals noch exotischer als heute wirkende große Instrument seines Vaters zunächst hören, später dann selbst spielen konnte. „Dieser glasklare Klang hat mich immer fasziniert. Man hört einfach alles, wenn das Cembalo gut gestimmt ist.“

Dann erzählt er, wie er sich selbst am liebsten auf das Cembalospielen einstimmt: „Ich genieße es, mein Instrument mit viel Zeit selbst zu stimmen. Man hört sich dabei ein in diesen so einzigartigen Klang. Und man ist dann zum Spielen in einer ganz anderen Verfassung, als wenn man das nicht gemacht hätte.“

Natürlich stimmt er das Instrument in heutiger moderner, also temperierter Stimmung und erzählt dann noch davon, warum er ein nachgebautes Instrument aus italienischer Tradition spielt. „Ich kann es gar nicht sagen warum, aber für mich klingen Cembali italienischer Bauart besonders positiv. Sie haben so einen hellen, so strahlenden Klang, dass das Instrument eigentlich immer gute Laune verbreitet. Auch bei den Orgeln von Silbermann und Schnitger geht mir das so.“ Und schon wäre man bei einem Diskurs über ganz andere Dinge.

Musik wider den Zeitgeist

Dabei wollte er doch noch herausstellen, dass für ihn Cembalomusik auch eine Musik wider den Zeitgeist ist. „Dieses Instrument drängt sich nie vor, taugt nicht für den oberflächlichen Effekt, sondern ganz im Gegenteil: Es zwingt zum genauen Zuhören, um die leisen Nuancen wahrzunehmen. Gibt es ein stärkeren Kontrast zum Lärm und zur Hektik unserer Zeit? Wer Cembalomusik hört, der hat die Chance, ganz aufzugehen in einem anderen Zeit- und Lebensgefühl.“

Bach-Musik im Mittelpunkt

Dass sich das hier angekündigte Konzert rund um Johann Sebastian Bach dreht, ist typisch für Doormann. Neben der großen h-moll-Sonate für Flöte und Cembalo stehen Ausschnitte aus Bachs „Kunst der Fuge“ und den „Goldberg-Variationen“ auf dem Programm. „Zum Ankommen,“ so Doormann, beginnt das Konzert mit einer „reizvollen und gefälligen Sonate von Johann Joachim Quantz.“ Als besonders markante musikalische Markierungen ganz anderer Art gibt es noch acht kurze, sehr konzentrierte, fast aphoristische frühe Flötenstücke von Paul Hindemith und den „rhythmisch pfiffigen ‚Joke‘ von Gisbert Näther“, einem Komponisten, der es durch Filmmusikarbeit gewohnt ist, effektsicher zu schreiben.

Spenden sind erwünscht

Ein Eintritt wird nicht verlangt, aber es wird um Spenden gebeten. Frühzeitiges Erscheinen vor Beginn des Konzertes ist sinnvoll. Es lohnt sich, vorne zu sitzen.

Von Reinald Hanke

Der "Boss" lässt grüßen: Paul Eastham klingt Bruce Springsteen verdächtig ähnlich. Doch der Singer/Songwriter kann viel mehr als nur zu covern.

18.06.2019

Mit einem schwungvollen Sommerkonzert gehen die Schüler des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg in die letzten Wochen dieses Schuljahres.

29.05.2019

Das Buch "Fjelle & Emil" von Anne Scheller ist erschienen. Und auch sonst schreibt die Hermannsburgerin allerhand für Kinder.

Christopher Menge 16.05.2019