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Südheide Zur Rheinmetall-Demo sogar aus Ausland angereist
Celler Land Südheide Zur Rheinmetall-Demo sogar aus Ausland angereist
17:24 08.09.2019
Unterwegs mit klarer Botschaft: Rund 500 Menschen ziehen durch Unterlüß und protestieren gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall.  Quelle: Peter Scharfenstein
Unterlüß

Die Protestaktionen der Initiative „Rheinmetall entwaffnen“ erreichten am Samstag mit einem großen Demonstrationszug durch Unterlüß ihren Höhepunkt. Viele Teilnehmer waren aus Celle, Hannover, Hamburg, Kassel und Berlin gekommen, andere sind sogar aus Schweden, Italien und Südafrika angereist, um ihrer Kritik an den Rüstungsexporten der Firma Rheinmetall lautstarken Ausdruck zu verleihen. Bereits am Freitagmorgen hatten Aktivisten versucht, die Zufahrtswege zu Rheinmetall zu blockieren.

Motorrad-Club schließt sich Demonstranten an

Entsprechend bunt und vielfältig war der etwa 100 Meter lange Protestzug. Elke Schrage aus Braunschweig hatte sich den rund 500 Demonstranten angeschlossen, weil sie in einem Mehr an Waffen einen Anstieg der Kriegsgefahr befürchtet. Mitglieder des Motorrad-Clubs „Kuhle Wampe“ aus Kassel sagten: „Wir wollen keine Rüstungsstandorte in Deutschland“ und eine christliche Pilgergruppe aus Hildesheim hatte sich der „Demo“ spontan angeschlossen, um für Frieden zu demonstrieren.

Drastische Worte gefunden

Deutlich drastischere Worte formulierte ein Sprecher der Initiatoren: „Rheinmetall nutzt Schlupflöcher, um Waffen in kriegsbeteiligte Länder zu exportieren. Gegen diese verbrecherischen Machenschaften gehen wir heute auf die Straße.“

Genervte Anwohner

Anwohner reagierten überwiegend negativ auf die Demonstranten und fühlten sich genervt. „Seit einer Woche ist hier Belagerungszustand. Der Dorfplatz ist für so viele Menschen gar nicht ausgelegt“ sagte ein Passant und eine junge Frau meinte: „Das Ganze ist doch unnötig und überflüssig.“

Kritik kommt durch Lautsprecher

Nach zwei Stunden kam der Demonstrationszug vor dem Haupteingang der Firma Rheinmetall zum Stehen. Aktivisten formulierten in Redebeiträgen über Lautsprecher noch einmal ihre Kritik und forderten das Rheinmetall-Management dazu auf, die Produktion auf die Herstellung von zivilen Gütern umzustellen.

Schweigeminute für Kriegsopfer

Nach einer Schweigeminute für die Opfer von Krieg und Gewalt endete die Demonstration. Sowohl die Polizei als auch die Initiatoren zogen eine positive Bilanz und zeigten sich sehr zufrieden mit dem friedlichen Verlauf der Kundgebung.

Von Peter Scharfenstein

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