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Südheide Sauen in Bewegung bringen
Celler Land Südheide Sauen in Bewegung bringen
06:00 01.07.2019
Verkehrte Welt: Die Wildschweine folgen Mensch und Jagdhund. Quelle: Kirsten Glatzer
Hermannsburg

Vielbeachtete Premiere in Hermannsburg: Am Samstag wurde ein Schwarzwildgatter – es ist bundesweit das 19. und in Niedersachsen das erste – offiziell eröffnet. Karl-Heinz Rabe vom Jagdgebrauchshundverein Neustadt-Lichtenmoor äußerte sich darüber erfreut: „Es ist eine große Erleichterung für uns, dass wir nun hier eine Möglichkeit haben, im Schwarzwildgatter zu arbeiten. Dafür mussten wir bisher rund 300 Kilometer fahren.“

Langer, mühsamer Weg seit 2012

Friedrich-Wilhelm Bauck, Vorsitzender des Vereins Schwarzwildgatter Hermannsburg, skizzierte in seiner Begrüßungsrede den langen, mitunter mühsamen Weg von der Idee im Jahr 2012 bis zur Realisierung des Gatters. Zahlreiche Unterstützer – finanziell, durch Sachspenden oder Arbeitseinsätze – waren gekommen, um sich vor Ort ein Bild von der neun Hektar großen Anlage zu machen, in der seit Ende des vergangenen Jahres drei Keiler und zwei Bachen leben. 3000 Meter Zaun und 9000 Meter Bohlen wurden hier seit Baubeginn verarbeitet. Im Schwarzwildgatter können vor allem junge Hunde unter kontrollierten Bedingungen erste Erfahrungen mit den wehrhaften Sauen sammeln, und dem Hundeführer bietet sich dabei die Gelegenheit, das Verhalten seines Hundes beim Zusammentreffen mit Wildschweinen zu beobachten. Die optimale Größe und Ausstattung der Gatter, Studien über den Tierschutz, das Stressverhalten von Schwarzwild und Hunden sowie deren Lernverhalten im Gatter sind wissenschaftlich erforscht. Auch die positiven Auswirkungen auf den Jagdbetrieb mit im Gatter ausgebildeten Hunden können belegt werden.

Reduktion der hohen Wildschweinbestände

„Vor dem Hintergrund der sich immer weiter ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest ist eine Reduktion der hohen Wildschweinbestände gefordert“, betonte Jürgen Ziegler, Stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Ohne eine ausreichende Anzahl geeigneter Hunde sei eine erfolgreiche tierartgerechte Bejagung nicht möglich. Die Aufgabe des Hundes sei es, sein Verhalten anzupassen, die Sauen in Bewegung zu bringen und zu stellen, ohne sie direkt anzugreifen, erläuterte Maik Weingärtner von der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter.

„Der Einzige, der hier Stress hat, ist der Hund“

Nach der offiziellen Zertifizierung durch Karl-Ernst Brehmer von der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter wurde den Gästen dann die praktische Arbeit im Gatter demonstriert. Dabei zeigte sich, dass die Sauen von den drei Gattermeistern Friedrich-Wilhelm Bauck, Jürgen Lühmann und Bernd Pittner bestens auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet wurden. „Der Einzige, der hier Stress hat, ist der Hund“, kommentierte Gattermeister Lühmann die Gelassenheit, mit der die Sauen das aufgeregte Verbellen hinnahmen.

Von Kirsten Glatzer

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