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Südheide Südafrika tanzt seine Sorgen weg
Celler Land Südheide Südafrika tanzt seine Sorgen weg
14:45 13.06.2010
In Südafrika dreght sichderzeit alles um den Füßball, zeigte die Theatertruppe AYOBA Quelle: Udo Genth
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Hermannsburg

Alles dreht sich um den Fußball. Die Acht Akteure auf der Bühne der Aula des Hermannsburger Christian-Gymnasiums singen, tanzen und zeigen ihre Begeisterung für das runde Leder. Die Schauspieler kommen aus Südafrika, ihr Stück heißt „Iphupho Lami“, auf Deutsch „Mein Traum“.

Die Theatertruppe „AYOBA 2010“ ist derzeit auf Deutschlandtournee und trat am Mittwoch in Hermannsburg auf. Sie wird begleitet durch den „Club der Guten Hoffnung“. Der ist eine ökumenische Gründung, seine Aktivitäten richten sich nach eigenem Bekunden gegen Jugendgewalt in Südafrika und hierzulande.

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Davon war im Stück wenig zu merken. Da die Aufführung in englischer Sprache mit südafrikanischer Einfärbung erfolgte, war das Verstehen des Textes nicht einfach. Allerdings halfen die ausgelegten Programmblätter, den Inhalt nachzuvollziehen. Es drehte sich eben alles um das runde Leder.

In Südafrika wird die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen, und sie dominiert dort die Gefühlswelt vieler junger Leute. Auf der Bühne wurde dieser Part sehr anschaulich dargestellt, Konflikte und Gewalt demgegenüber allenfalls angedeutet. Wenngleich der im Mittelpunkt stehende Mannschaft-Trainer nachdrücklich „Education is the key to success“ – Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg – ins Publikum spricht, so wird diese Aussage von der Fußballbegeisterung überdeckt. Ständig unterbrechen Gesänge und Tänze den Handlungsfluss. Der klischeehafte Eindruck, Südafrika tanze seine Probleme weg, drängt sich auf.

Nach der Aufführung hatten die Zuschauer Gelegenheit, an die Schauspieler Fragen zu richten. Die betrafen nahezu ausschließlich den Fußball, wie etwa: glaube Südafrika, Weltmeister zu werden, oder wie werde Fußball in den Dörfern gespielt und ob die Frauen sich ebenfalls von der Begeisterung für das Spiel anstecken lassen.

„Das Stück war informativ“, urteilte Antje Goltz. Die Hermannsburgerin bedauerte jedoch die geringe Anwesenheit der vorrangigen Zielgruppe. In der Tat waren unter den knapp 200 Zuschauern bestenfalls zwei Dutzend Jugendliche auszumachen. Von ihnen waren positive Urteile zu hören. Die Musik sei gut gewesen, die Stimmung habe ihnen gefallen, äußerten einige junge Leute. Von Problemen hatten sie nichts mitbekommen, Gewaltprävention war ihnen nicht aufgefallen.

Von Udo Genth