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Südheide Rettung in letzter Sekunde
Celler Land Südheide Rettung in letzter Sekunde
17:27 23.01.2019
Von Marie Nehrenberg
Für die Hunde gilt im Moment absolutes Foto-Verbot. Doch ihr Blick dürfte ähnlich traurig sein, wie der von Auslandshund Aldo 2017.  Quelle: Christian Link
Unterlüß

Ein grausiger Anblick bot sich am Dienstag Mitarbeitern der Veterinärbehörde und der Polizei. Aufgrund von belastenden Hinweisen durchsuchten sie ein Haus an der Königsberger Straße in Unterlüß und stießen auf einen wahren Hunde-Friedhof. Auf dem Grundstück, im Haus und in den Nebengebäuden wurden mehrere, teilweise skelettierte und in der Verwesung befindliche Hundekadaver sichergestellt. Sie waren in diversen Plastiksäcken und in Mülltonnen versteckt.

Hunde völlig verwahrlost

Mindestens genauso schockierend war allerdings, dass zusätzlich noch zehn lebende Hunde bei der Durchsuchung gefunden wurden. Ihrem Gesamtzustand nach kam die Rettung für sie in letzter Sekunde. „Einige der Tiere sind nach Einschätzung des Amtstierarztes in einem sehr schlechten Zustand“, sagt Tore Harmening, Pressesprecher des Landkreises. Einige seien stark unterernährt und weisen erhebliche Mängel in der Pflege auf. Darüber hinaus sei die Wasserversorgung der Vierbeiner nicht sichergestellt gewesen. Da kommt die Frage auf: Wie konnte es so weit kommen?

Nachbarn haben nicht bemerkt

Das durchsuchte Grundstück wirkt auf den ersten Blick unauffällig. Direkt an einer Kreuzung gelegen, ist es von allen Seiten gut einsehbar. Lediglich die Terrasse ist mit hohen, dichten Palisaden abgeschirmt und die Fensterläden sind alle dicht. Ansonsten besteht kaum Anlass, zu vermuten, dass hinter verschlossenem Tore grausame Dinge passieren. In der Nachbarschaft bestätigt sich der Eindruck, der sich beim ersten Begutachten einstellt: Alles gewöhnlich, keine besonderen Vorkommnisse. Zwei Frauen, deren Haus direkt an den Garten grenzt, kommen gerade vom Einkaufen. Von einer Durchsuchung und Beschlagnahmung hätten sie nichts mitbekommen. „Nee, also ich habe nichts gesehen, mir ist auch nichts Ungewöhnliches aufgefallen.“ Schwer vorstellbar, wenn man darüber nachdenkt, dass zehn Hunde mit Sicherheit auch mal bellen oder ihr Geschäft verrichten müssen. Dass sie Letzteres getan haben, ist offensichtlich. Es riecht deutlich und streng nach Hundekot.

Hundehalter waren bereits auffällig

Doch auch die Nachbarin direkt gegenüber, mit unverbautem Blick auf Haus und Hof, will nichts bemerkt haben. „Von Hunden habe ich eigentlich nie etwas gehört, ich wüsste nicht mal, dass die überhaupt einen Hund haben“, meint sie. Ein Haus weiter wohnt ein älterer Herr, der zumindest berichten kann, dass die besagten Personen einen Hund haben. „Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass es dem schlecht geht“, erzählt er allerdings und betont, dass er aber nur von dem Hund sprechen könne, den er regelmäßig sah. Dieser Hund soll nach Angaben des Landkreises auch der Auslöser gewesen sein, dass das Haus genauer unter die Lupe genommen wurde. „Es gab Hinweise, dass das Paar einen Hund halten soll, obwohl ihm dies zu einem früheren Zeitpunkt bereits durch den Landkreis untersagt worden war“, so Harmening.

Tiere sind nun im Tierheim

Die anonyme Quelle soll ein Anwohner gewesen sein, der aber gestern vor Ort nicht anzutreffen war, ebenso wie die betroffenen Hundehalter. Ob die anderen Nachbarn tatsächlich nichts bemerkt haben, oder aus Angst schweigen, man wird es wohl nicht erfahren. Das Veterinäramt stellte fest, dass keine tierschutzgerechte Unterbringung und Versorgung gegeben sei. Demnach wurden die lebenden Hunde direkt den Besitzern entzogen. Um welche Rassen es sich handelt und wie alt die Tiere sind, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht genau gesagt werden. Die geschundenen Hunde sind bis auf Weiteres im Celler Tierheim in Garßen untergebracht. Die polizeilichen und behördlichen Untersuchungen dauern an. Für die tot aufgefundenen Hunde ist eine amtliche Obduktion eingeleitet worden, damit die Todesursache bestimmt werden kann.

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