Bode-Prozess bleibt undurchsichtig
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Wietze Bode-Prozess bleibt undurchsichtig
Celler Land Wietze Bode-Prozess bleibt undurchsichtig
17:00 18.06.2010
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Wietze

LÜNEBURG. Unterzeichnet ist er von zwei Bewohnern, die beide den Vorsitz des Heimbeirats innehatten. Ein weiterer Brief, unterzeichnet von den Pflegedienstleitungen am 23. April, soll beweisen, dass die Heimbewohner bei den Kommunalwahlen 2006 Heinz-Günter Bode aus freien Stücken gewählt hätten. Für Christine Bode ist es wichtig zu zeigen, dass sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter hinter ihr standen, als sie 2007 des Wahlbetruges bezichtigt wurden.

Erneut beschreiben die Pflegedienstleiterinnen die Briefwahl und in ihren Darstellungen schleichen sich Abweichungen ein. Die Briefwahl habe in dem Büro der Pflegedienstleitung stattgefunden und die Wahlbeobachter – ein mit Bodes befreundetes Ehepaar – habe vor der Tür gesessen. Vor wenigen Wochen hieß es, dass sich die Beobachter an einem Tisch hinter der Tür des zur Wahl ausgestatteten Aufenthaltsraums gesetzt hatten. Schokolade und Zigaretten habe es nur als Dank für die Wahlbeteiligung, „nicht für das Kreuz an der richtigen Stelle“ gegeben. Vor einigen Wochen wurde von den Zeugen bestritten, dass es Schokolade oder Zigaretten im Wahlraum gab.

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Dass der von einer Bewohnerin hinzugezogene Anwalt eigentlich der Anwalt von Familie Bode war, irritiert die Verteidigung gar nicht, lässt allerdings Staatsanwalt Klüger fragen, ob sich bei den Mandantenverhältnissen eine Interessenkollision ergeben habe. Die Verteidigung wirft der Staatsanwaltschaft vor, alle der Anklage ungünstigen Zeugen mit einem Ermittlungsverfahren überziehen zu wollen. Anfang Juli wird der Prozess fortgesetzt.

Von Angelika Jansen