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Wietze Von Dea bis Ärztemangel
Celler Land Wietze Von Dea bis Ärztemangel
18:30 25.03.2019
Von Simon Ziegler
Stephan Weil (links) und Ingolf Klaassen beim Bürgerdialog im Erdölmuseum.
Wietze

Niedersachsens SPD-Landeschef Stephan Weil hat den Dea-Beschäftigten in Wietze seine Hilfe zugesagt. "Die angekündigte Schließung des Dea-Standortes ist wirklich eine schlechte Nachricht", sagte Weil gestern beim Bürgerdialog "Auf ein Wort" im Erdölmuseum, wo er auf Einladung des Wietzer SPD-Bürgermeister-Kandidaten Ingolf Klaassen zu Gast war.

Kaum konkrete Hilfe für Dea-Beschäftigte

Viel Hoffnung auf konkrete Unterstützung konnte er den Beschäftigten in Anwesenheit des Betriebsratsvorsitzenden Andreas Schöpf aber nicht machen. "Das Problem ist, dass sich zwei Unternehmen zusammentun, die fast dasselbe machen. Dann sparen sie ein", sagte der Ministerpräsident zur Fusion von Wintershall und Dea und den Folgen für den Arbeitsmarkt. Er unterstütze gerne alles, was dazu beitrage, die Folgen abzufedern. "Ich will mich gerne mit den Betriebsräten zusammensetzen", so Weil. Doch über Standorte und Jobs entscheiden die Unternehmen, nicht die Landesregierung, machte der Sozialdemokrat den Betroffenen nicht viel Hoffnung. Durch die Fusion sollen in Wietze 50 Jobs wegfallen. Klaassen will das nicht akzeptieren. "Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren. Wir wollen versuchen, eine andere Lösung zu finden", gab er sich kämpferisch.

Wahl findet in zwei Monaten statt

Mit dem Besuch von Weil wird in Wietze so etwas wie die heiße Wahlkampfphase eingeläutet. Heute in genau zwei Monaten wird in der Erdölgemeinde der Bürgermeister gewählt. Ihre Kandidatur erklärt haben bisher Amtsinhaber Wolfgang Klußmann (CDU) und Klaassen.

Abgesehen von Dea bestimmten überregionale Themen den Bürgerdialog, vor allem ging es um soziale Fragen. Rund 60 Bürger waren gekommen, darunter viele Genossen mit Parteibuch. Weil, zum ersten Mal im Erdölmuseum zu Gast, nahm Stellung zu Zeitarbeitsverträgen, der Grundrente und den sozialen Wohnungsbau. Celles SPD-Chef Maximilian Schmidt, der das Format moderierte, kritisierte, dass in den vergangenen Jahren im Landkreis außerhalb der Stadt Celle überhaupt keine Sozialwohnungen gebaut worden seien.

Zu wenige Ärzte in Niedersachsen

Auch der Ärztemangel auf dem Land wurde angesprochen. "Wir haben zu wenige Ärzte in Niedersachsen", räumte Weil ein. Und schob hinterher: "Das Land erhöht jetzt die Studienplätze für Mediziner deutlich. Wir wollen 200 zusätzliche Plätze anbieten." Er will sich außerdem dafür einsetzen, dass ein Teil der Plätze an diejenigen vergeben wird, die sich verpflichten, zum Beispiel zehn Jahre auf dem Land zu arbeiten. Problem: Seinen Koalitionspartner muss der Sozialdemokrat erst noch überzeugen.

Klaassen hält an Straßenbeiträgen fest

Der Ministerpräsident erläuterte zudem die Pläne des Landes in Sachen Straßenbeiträge. Auch in Zukunft sollen die Kommunen entscheiden können, ob die Beiträge erhoben werden oder nicht. "Wir wollen den Kommunen viele Instrumente geben, wie sie es machen können – zum Beispiel mit Ratenzahlungen", erläuterte Weil die Pläne der Landesregierung. Der Wietzer Rat hatte beschlossen, an den umstrittenen Beiträgen festzuhalten. Klaassen sagte, dass er im Fall seiner Wahl die Beiträge nicht abschaffen werde, das könne sich Wietze nicht leisten: "Wir müssen aber verhindern, dass Menschen Angst haben, in ihrer Existenz finanziell bedroht zu werden."

Im Wietzer Wald wird der Horrorfilm "The Bitter Taste" mit Schauspielerin Julia Dordel gedreht. Zunächst sind fünf Drehtage vorgesehen.

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