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Wietze Fahren mit viel Spaß und viel Platz
Celler Land Wietze Fahren mit viel Spaß und viel Platz
19:17 17.07.2011
Bei Reparaturen fassten Freunde mit an. Quelle: Joachim Gries
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Wietze

„Es hängt davon ab, was mein rechter Fuß macht“, sagt Peter Mattusch aus Wolfenbüttel, als er nach dem Verbrauch seines Chevrolet SSR gefragt wird. Mit 14 Litern komme er durchschnittlich aus, mit Tempomat bei mäßiger Geschwindigkeit gibt sich der Wagen auch mit 11 Litern zufrieden. Der Zweisitzer hat einen riesigen Kofferraum, den zwei Klappen freigeben. Auf Knopfdruck verschwindet auch das kurze Dach, dann ist Cabrio-Freude angesagt. 24.000 SSR sind bei Chevrolet vom Band gerollt, auf Deutschlands Straßen dürften 35 unterwegs sein. „Man muss sie suchen“, sagt Mattusch, der den Wagen seit drei Jahren fährt, „mit richtig viel Spaß“, wie er gestern beim 9. US-Car-Treffen in Wietze sagte.

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Noch rarer ist die Corvette Indi, die Roger Karow aus Vaale in Schleswig-Holstein gestern vorstellte. 500 Stück wurden 2008 gebaut, 25 für Europa. Und nach der Pleite eines holländischen Händlers kam Karow mit 56.000 Euro zum Zuge, der Listenpreis für die „C6 Convertible Emerson Fittipaldi Pace Car Indi 500“, wie das Auto korrekt heißt, liegt ein Drittel höher. Nummer 221 hat er ergattert, belegt ist es mit Fittipaldis Unterschrift unter der Mittelkonsole. In 4,3 Sekunden soll das 1,5 Tonnen schwere Gefährt auf Tempo 100 beschleunigen. Das Dach ließ Karow gestern wegen des Regens lieber drauf, sonst hat es im Kofferraum des Zweisitzers Platz.

Mit gut 200 amerikanischen Autos, vom Straßenkreuzer vergangener Jahrzehnte bis zu modernen zeitgenössischen Fahrzeugen rechnete Andreas Kurre gestern trotz des durchwachsenen Wetters. Der Jeversener war selber mit vier US-Fahrzeugen vertreten. Groß Werbung muss er für das Treffen in Wietze nicht mehr machen, längst hat es sich etabliert. Er verschicke ein paar Mails, informiere die einschlägigen Magazine. Und dann rollen aus einem Umkreis von 150 bis 200 Kilometern die Fans der geräumigen Limousinen und Pickups an. Die Fahrer tauschen ihre Erfahrungen aus und geben sich Tipps, blicken unter die Haube, wo mitunter mehr Chrom zu entdecken ist als außen am Fahrzeug.

Anderthalb Jahre habe er benötigt, um alles neu aufzubauen, sagt der Fahrer eines Camaro aus dem Jahr 1979. Der Kilometerstand des Wagens mit 5,7-Liter-Maschine mit rund 300 PS ist unbekannt, unter der Haube funkelt alles wie nagelneu.

„Ich find‘ sie einfach nur schön“, sagt Sascha Graß aus Schwarmstedt und blickt in das Cadillac Coupe de Ville Baujahr 1957. Hinter der Heckscheibe auf der Ablage tummeln sich gleich mehrere Elvis-Presle-Figuren. Für ihn ist der Straßenkreuzer ein Traum. Doch selber so ein Auto fahren? „Wenn man Familie hat, muss man sich darüber nicht unterhalten“, sagt Graß. Den Verbrauch schätzt er auch 40 Liter pro 100 Kilometer, „wenn man richtig drauftritt“. Und das bei den aktuellen Spritpreisen. Da bleibt er lieber bei seinem BMW 520.

Von Joachim Gries