Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Wietze Neue Probleme bei Turmsanierung
Celler Land Wietze Neue Probleme bei Turmsanierung
16:03 11.04.2019
Von Simon Ziegler
Museumschef Stephan Lütgert vor dem Wietzer Wahrzeichen. Quelle: David Borghoff
Wietze

Die seit Jahren geplante Sanierung des Wietzer Wahrzeichens wird zur unendlichen Geschichte. Auch bei der zweiten Ausschreibungsrunde zur Sanierung des Bohrturms wurden Ergebnisse erzielt, die deutlich über dem Budget liegen. Bürgermeister Wolfgang Klußmann informierte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates die Politik über den unerfreulichen Stand der Dinge. Nach seinen Worten fehlen rund 100.000 Euro.

Projekt kostet halbe Million Euro

Zuletzt schien es, als könnte das Projekt nach Jahren der Planung endlich realisiert werden. Die Finanzierung von rund 400.000 Euro war gesichert, nachdem die Sparkassen-Stiftung die vermeintlich letzte Lücke von 35.000 Euro nach der ersten Ausschreibung durch eine Spende geschlossen hatte.

Dritte Ausschreibung?

Wie es jetzt weitergeht, ist völlig offen. Diskutiert wird, möglicherweise Veränderungen an der Ausschreibung vorzunehmen, um doch noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Es wird auch darüber gesprochen, zunächst Teilabschnitte der Sanierung zu realisieren. Problematisch ist ferner, dass zugesagte Fördermittel an Fristen gebunden sind. Verzögerungen beim Ablauf könnten im schlimmsten Fall dazu führen, dass zugesagte Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen: Immerhin: Danach sieht es laut Rathaus derzeit nicht aus.

Es ist eine unendliche Geschichte: Seit Jahren wird die Sanierung des Wietzer Bohrturms geplant. Alles schien klar, jetzt fehlen 100.000 Euro.

Steht inzwischen das gesamte Projekt infrage? "Wenn wir die Sanierung wie geplant machen wollen, werden wir über den kommunalen Haushalt nachsteuern müssen", sagt Klußmann. Im Klartext: Es geht um Steuergelder. Das letzte Wort hat also die Politik im Gemeinderat. Sie muss entscheiden, wie viel ihr die Sanierung des Wahrzeichens wert ist.

Klaassen gegen neue Schulden

Das Thema hat jetzt auch den Bürgermeister-Wahlkampf erreicht. „Die Sanierung des Wahrzeichens darf nicht weiter verschleppt werden“, sagt SPD-Kandidat Ingolf Klaassen. Für den wichtigsten Teil, den Korrosionsschutz, seien die Mittel vorhanden. Weitere Schulden lehnt Klaassen ab. "Die 'Klußmann-Lösung', mit einem Nachtragshaushalt die Mittel für die fehlenden anderen Sanierungstätigkeiten zu beschließen, ist bei der Verschuldung der Gemeinde unverantwortlich. Auch die vom Amtsinhaber angesprochene Möglichkeit, nichts zu tun und Hoffnung in eine dritte Ausschreibung für das Jahr 2020 zu setzen, ist abenteuerlich", sagt der Sozialdemokrat.

Klußmann sagt, es sei dringend nötig, die komplexen Fragen in Ruhe mit den Fachleuten zu besprechen. Rechnerisch sei es möglich, erst den Korrosionsschutz umzusetzen. Ob das sinnvoll sei, müsse diskutiert werden. Zweiter Punkt: Veränderungen an der Ausschreibung könnten Folgen für die Fördermittel haben – der Teufel steckt im Detail.

Frust im Erdölmuseum

"Mehr als ärgerlich" seien die neuerlichen Probleme, sagt Museumschef Stephan Lütgert. Er arbeitet seit 2015 an dem Projekt, treibt Geld ein, führt Gespräche. Jetzt ist guter Rat teuer. "Es gibt keine berechtigte Hoffnung, dass es beim dritten Mal besser wird", sagt er über eine nochmalige Ausschreibung. Nur: Nichts zu tun, sei auch keine Lösung – nicht nur, weil der Turm das mit Abstand bedeutendste Exponat des Museums ist. "Es geht auch um die Standsicherheit. Irgendwann müssen wir den Turm absperren und umzäunen", sagt Lütgert. Er gibt zu bedenken, dass auch ein Rückbau Geld kosten würde. "Man wird vermutlich finanziell aufstocken müssen", sagt er in Richtung Gemeinderat, "die Frage ist, in welchem Umfang".

In Wietze wird an einem Radioformat gearbeitet. Ab Juli wird ein Podcast mit Moderator Lars Cohrs produziert.

Simon Ziegler 10.04.2019

Er hat ohne Meisterbrief eine Hauswand gestrichen: Daniel Achtermann. Im Februar wurde das Verfahren eingestellt. Jetzt könnte es doch weitergehen.

Simon Ziegler 05.04.2019
Wietze Dialog mit Stephan Weil - Von Dea bis Ärztemangel

Stephan Weil nahm beim Bürgerdialog zu vielen Themen Stellung – auch zur Dea-Schließung. Ingolf Klaassen freut sich über die Wahlkampf-Unterstützung.

Simon Ziegler 25.03.2019