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Wietze Entwarnung bei gefährlichen Keimen
Celler Land Wietze Entwarnung bei gefährlichen Keimen
05:57 10.02.2019
Von Simon Ziegler
Celle

Carsten Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis Celle, geht nicht von einer Gesundheitsgefährdung durch multiresistente Keime in Flüssen und Seen im Kreis Celle aus. „Es ist richtig, dass in Gewässern multiresistente Keime vorkommen. Nach meiner Einschätzung kann man in den hiesigen Flüssen und Seen baden. Nur im Auslauf einer Kläranlage würde ich das nicht machen“, sagte Bauer der CZ.

Proben von 80 Orten in Niedersachsen

Er hat zuletzt im Umweltausschuss des Celler Kreistages über gefährliche Keime und Antibiotika-Rückstände berichtet. Hintergrund ist, dass in ganz Niedersachsen auf Geheiß des Umweltministeriums an 80 Orten Gewässer untersucht worden waren. Jetzt liegt ein vorläufiges Ergebnis vor. Nach Bauers Angaben wurden die höchsten Antibiotika-Messwerte in der Nähe von Kläranlagen gefunden, in Badegewässern sei keine oder eine geringe Konzentration nachgewiesen worden. Umweltminister Olaf Lies hatte bereits im September Entwarnung in Sachen multiresistente Keime gegeben.

Ergebnis für Aller bei Wietze steht aus

Aus dem Kreis Celle wurde nur in der Aller bei Wietze eine Probe genommen. Was dabei genau herausgekommen ist, weiß der Landkreis Celle noch nicht. „Ob in der Aller unterhalb der Wietze-Mündung auch multiresistente Bakterien gefunden worden sind, können wir noch nicht sagen, weil die bisher vorliegenden Ergebnisse keinen Probenahmestellen zugeordnet sind“, sagte Bauer. Er geht davon aus, dass mit dem endgültigen Ergebnis Klarheit herrscht, wie hoch die Belastung bei Wietze ist.

Reportage alarmiert Landes-Politik

Ein Jahr ist es her, dass der NDR in der Sendung Panorama die Reportage „Auf der Spur der Superkeime“ gezeigt hatte. Bei stichprobenartigen Untersuchungen von Gewässern waren antibiotikaresistente Keime gefunden worden. Reporter des NDR hatten an zwölf Stellen Proben genommen und testen lassen – unter anderem in Badeseen, Flüssen und Bächen. An allen untersuchten Orten waren multiresistente Erreger nachgewiesen worden. Die Reportage hatte auch die Landes-Politik alarmiert. Um die Verbreitung der Erreger in der Umwelt zu untersuchen, hatte das Umweltministerium eine Beprobung von Gewässern angekündigt.

BI Wietze fühlte sich bestätigt

Eine der Proben hatten die Reporter in der Aller bei Wietze genommen – und zwar an der Stelle, an der das Abwasser des Hähnchenschlachthofs eingeleitet wird. Die Messergebnisse aus Wietze lagen im Hinblick auf die gefährlichen Keime im oberen Bereich aller zwölf Proben. Festgestellt wurden „zehn Mal so hohe Werte wie an den beiden Badeseen, die wir getestet haben“, sagte damals Christian Baars, einer der beiden Autoren des Films. In der Aller waren 44 multiresistente Keime pro 100 Milliliter nachgewiesen worden. „Für einen Fluss ist das nicht wenig. Damit hatten wir in der Form nicht gerechnet“, so Baars weiter. Ob die nachgewiesenen multiresistenten Keime aus dem Schlachthof stammen, ließ sich aber nicht mit Sicherheit sagen. Die Wietzer Bürgerinitiative gegen den Schlachthof fühlte sich dennoch bestätigt. „Es ist bekannt, dass in der Hühnermast das Reserveantibiotikum Colistin eingesetzt wird“, hatte die BI-Vorsitzende Uschi Helmers gesagt. Multiresistente Erreger sind deshalb so problematisch, weil ihnen einige Antibiotika nichts mehr anhaben können; daran Erkrankte sind besonders schwer zu behandeln.

Wietzer Schlachthof mit neuer Ozonanlage

Der Rothkötter-Konzern hatte gegenüber dem NDR angekündigt, seine Schlachthof-Kläranlage nachzurüsten, um die Zahl der Keime zu reduzieren. Und das ist nach Auskunft des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auch geschehen. Der Betreiber habe seit der Inbetriebnahme des Schlachthofes im Jahr 2011 mehrere Optimierungen an der Kläranlage vorgenommen. „So wurde 2013 das Belebungsbecken überdacht und Anfang 2017 eine Filterpresse zur Schlammentwässerung in Betrieb genommen“, sagte gestern NLWKN-Sprecher Achim Stolz. „Im August 2017 informierte uns der Betreiber darüber, dass er eine Ozonanlage als zusätzliche Reinigungsstufe errichten wollte, um durch den Einsatz von UV-Licht die Keimbelastung des Abwassers weiter zu reduzieren“, so Stolz weiter. Der NLWKN begrüße den Bau der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Ozonanlage, die seit Oktober 2018 in Betrieb sei. „Bislang liegen uns allerdings noch keine aussagekräftigen Analyseergebnisse der Ablaufwerte vor, um den Nutzen dieser zusätzlichen Reinigungsstufe beurteilen zu können“, sagte der Sprecher.

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