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Wietze BI Wietze bei Großdemo in Berlin dabei
Celler Land Wietze BI Wietze bei Großdemo in Berlin dabei
11:34 19.01.2020
Von Simon Ziegler
Sie haben es satt: Mitglieder der BI Wietze bei der Demonstration in Berlin. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Wietze

Wie in den vergangenen zehn Jahren hat ein Bündnis aus 50 Organisationen von Bauern, Verbrauchern, Tier- und Umweltschützern am Samstag im Regierungsviertel von Berlin für eine Agrarwende demonstriert. Mit dabei waren wie in all den Jahren zuvor auch Mitglieder der BI Wietze. Zum Auftakt der Grünen Woche forderten Bauern mit 170 Traktoren und weitere 27.000 bunt gemischte Teilnehmer unter dem Motto "Wir haben es satt" eine Umverteilung der Subventionen zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, gesundes Essen, weg von der Massentierhaltung, sauberes Grundwasser, den Erhalt der Artenvielfalt und mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. "Landwirte und Bürgergesellschaft rücken zusammen und fordern die Politik zum Handeln auf", sagte die Wietzer BI-Vorsitzende Uschi Helmers. Die Bürgerinitiative hatte sich vor über zehn Jahren gegründet, als die Schlachthof-Pläne in Wietze bekannt wurden.

Klimakrise und Nitrat im Grundwasser

"Wir haben die Alibi-Politik des Agrarministeriums gehörig satt", sagte die Sprecherin des Bündnisses, Saskia Richartz. Die Klimakrise, zu viel Nitrat im Grundwasser und ein dramatisches Artensterben zeigten, dass es so nicht weitergehen könne. Der Bundesregierung komme bei ihrer EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der künftigen EU-Agrarmilliarden zu. Anstelle von Fläche und Ertrag sollten sich Subventionen mehr an Tier- und Klimaschutzkriterien orientieren. Damit seien eine zukunftsfähige Landwirtschaft und gutes Essen auf den Tellern europaweit möglich.

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Grünen-Chef: "Große gesellschaftliche Bewegung"

Grünen-Chef Robert Habeck sagte: "Mit der Demo zeigen wir noch einmal, dass es eine große gesellschaftliche Bewegung gibt, die eine andere Landwirtschaftspolitik will." Er forderte einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln zu Dumpingpreisen und rief die Regierung dazu auf, massenhaftes Kükentöten und die betäubungslose Kastration von Ferkeln zu verbieten. Auf allen Tierprodukten müssten Verbraucher erkennen können, inwieweit bei der Produktion auf das Tierwohl geachtet werde.

Protestnote an Agrarministerin

Vertreter von Bauern übergaben am Vormittag auch eine Protestnote an Bundesagrarministerin Julia Klöckner, die Gastgeberin einer Konferenz mit Regierungsvertretern aus 71 Ländern war.

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