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Wietze Abend großer Herausforderungen
Celler Land Wietze Abend großer Herausforderungen
11:53 21.01.2019
Ekaterina Litvintseva spielte auf dem Büchtmannshof mit viel Gestaltungswillen. Quelle: Oliver Knoblich
Wieckenberg

Pianistin Ekaterina Livintseva hat sich für ihr Konzert in Wieckenberg in der Reihe Weltklassik.de drei unterschiedliche Herausforderungen ausgesucht. Sie begann mit Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 17 opus 31/2 „Der Sturm“, setzte das Programm fort mit den drei nachgelassenen Klavierstücken von Franz Schubert und präsentierte nach der Pause die Sinfonischen Etüden in Form von Thema und 12 Variationen von Robert Schumann. Dass sie davor noch die As-Dur-Ballade von Frederic Chopin spielte, das war eher eine Ergänzung als ein gleichgewichtiges Pendant zum Schumann.

Alle drei großen Werke dieses Abends stellten besondere Herausforderungen musikalischer Art. Die Beethoven-Sonate mag zwar vielleicht inspiriert sein von Shakespeares „Sturm“, ist aber vor allem deshalb ein schwieriges Stück, weil es, wie manche Sonate Beethovens, viele Konventionen der Zeit ignoriert. Und weil Beethoven hier eine Form für seine Musik gefunden hat, die sich nur vermittelt, wenn man klangliche Durchsichtigkeit und großem Gestaltungswillen verbindet. Genau
das zeigte Litvintseva bestens. Die ersten beiden Sätze gelangen geradezu exemplarisch, lediglich in dritten fehlte der Pianistin ein wenig die Leichtigkeit, die für Beethoven so untypisch ist, hier aber den idealen Abschluss darstellen würde.

Ganz anders die anschließenden, von Melancholie durchwobenen
späten Klavierstücke Schuberts. Diese Musik ist im Vergleich zu Beethoven wie aus einer anderen Welt. Während bei Beethoven fast jede Sonate eine neue musikalische Welt darstellt und die verschiedensten Emotionen zumeist gegeneinander gestellt werden, so sind bei Schubert die musikalischen Emotionen miteinander verwoben. Noch die größte Emphase beinhaltet bei ihm Momente der Melancholie, jede noch so lange Phase musikalischer Traurigkeit hat lichte Momente des Optimismus. Problem der Wieckenberger Wiedergabe war, dass sie zwar wunderbar durchgestaltet war, aber letztlich nicht anders klang wie der Beethoven zuvor. War bei Beethoven der auf
das Nötigste reduzierte Pedalgebrauch ein Segen, so führte er bei Schubert zu einer gewissen zeitweisen Spröde und Farblosigkeit einerseits und einer inneren Dramatik andererseits, die nicht unbedingt angemessen schien.

Da geriet Litvintseva der große Schumann-Block viel besser. Beim Schumann fehlten zwar auch wieder ein wenig die Klangfarben, aber hier gelang der Pianistin das Kunststück, dieses auch technisch teuflisch schwere vielteilige Stück als einen in sich geschlossenen Zyklus wirken zu lassen und tatsächlich auch noch Kapazitäten frei zu haben für die große, geradezu emphatische Steigerung in der letzten Variation. Da war man schon fast baff, denn an diesem Stück haben sich schon viele Pianisten die Zähne ausgebissen. Hier gelang es bestens.

Von Reinald Hanke

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