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Wietze Wer war August Höfener?
Celler Land Wietze Wer war August Höfener?
12:00 30.08.2019
Von Simon Ziegler
Nach dem erschossenen Gemeindevorsteher ist eine Straße benannt. Quelle: Oliver Knoblich
Wietze

Die Geschichte von August Höfener dürften in Wietze heute nicht mehr viele kennen. Der Mann war Gemeindevorsteher von Steinförde. Vor mehr als 100 Jahren war das. Am 8. März 1918 wollte er zusammen mit dem Wietzer Gendarmeriewachtmeister Müller eine Serie von Diebstählen aufklären. Unter Verdacht war der Schlosser Johann Chmiel. Bei einer Hausdurchsuchung griff Chmiel zum Revolver und erschoss den Gemeindevorsteher. August Höfener wurde nur 49 Jahre alt. Später wurde eine Straße nach ihm benannt.

Auch beim Pastor-Isenberg-Weg könnte es eine kurze Erläuterung geben. Quelle: Oliver Knoblich

Vorschlag geht auf SPD-Antrag zurück

Die Geschichte von August Höfener könnte demnächst wieder mehr Wietzern ins Gedächtnis gerufen werden. Denn im Rathaus gibt es konkrete Überlegungen, an Straßenschildern Erläuterungstafeln anzubringen. Der Vorschlag geht auf eine SPD-Initiative zurück, die offenbar auf Zustimmung stößt. Die Verwaltung hat jetzt vorgeschlagen, für 20 Straßen sogenannte Legendenschilder anzubringen. Die Vorschläge reichen von der Adolf-Kolping-Straße und der August-Höfener-Straße über den Friedrich-Barenscheer-Weg und den Pastor-Isenberg-Weg bis hin zum Helene-Segelke-Platz sowie die Stechinellistraße.

Beratung am kommenden Dienstag

Ein Legendenschild, das unter dem Straßenschild angebracht wird, könnte wie folgt aussehen: „Friedrich Barenscheer (1892-1979): deutscher Lehrer, Heimatforscher und Sachbuch-Autor aus Steinförde.“ Über Details will die Politik in der kommenden Woche diskutieren. Am Dienstag, 3. September, steht das Thema auf der Tagesordnung des Wirtschaftsförderungsausschusses (19 Uhr, Rathaus). Diskutiert werden soll unter anderem die Frage, ob nur Straßen, die nach Wietzer Persönlichkeiten benannt sind, mit den Erläuterungen versehen werden oder auch Straßen ausgewählt werden, die nach Familien benannt sind. Dies ist zum Beispiel beim Wallmannsweg der Fall.

Der Bohrmeister-Hasenbein-Weg ist ebenfalls auf der Liste. Quelle: Oliver Knoblich

Vorschlag stößt auf Zustimmung

Der Antrag soll der Heimatpflege und dem Tourismus dienen, „das kann den Ort ein Stück weit attraktiver machen“, begründet SPD-Fraktionschef Helmut Kersting die Initiative. Bürgermeister Wolfgang Klußmann findet die Idee gut, wie er sagt. „Wir denken auch darüber nach, weitere Informationen über einen QR-Code anzubieten“, so der Verwaltungschef. Damit könnte man zusätzliche Daten zu den Straßennamen über das Samrtphone abrufen.

So teuer wird es nicht

Fest steht bereits, dass die Gemeinde keine Reichtümer aufbringen muss, um die Legendenschilder anzubringen. Ein Schild kostet rund 25 Euro. Im Zuge der Arbeiten könnte man auch gleich die teils rostigen Straßenschilder mitaustauschen. Dann kämen 37 Euro dazu.

Höfeners Mörder wurde hingerichtet

Klar ist aber, dass nur ganz wenige Informationen auf ein Schild passen. Dort nicht lesen wird man, dass der Mörder von August Höfener nach Celle flüchtete, dort einen weiteren Mann erschoss und schließlich in Lüneburg hingerichtet wurde.

Nur zehn Minuten nach der Veröffentlichung von einer Meldung zu einer Unfallflucht in Wietze hat sich der gesuchte Fahrer bei der Polizei gemeldet.

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