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Wietze Ölabdruck für Ölmuckeldiplom
Celler Land Wietze Ölabdruck für Ölmuckeldiplom
10:48 13.07.2011
Wolfgang Hänsel führte im Rahmen der Ferienpassaktion zehn Sechs- bis 13jährige in die Geheimnisse des Erdölmuseums ein. - Hier geht es um Bohrkerne. Quelle: Gert Neumann
Wietze

Seit knapp 50 Jahren ist „Schicht im Schacht“ in Wietze. Viel zu entdecken gibt es aber trotzdem - im Deutschen Erdölmuseum. Das erfuhren zehn Kinder im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde hautnah. Sie wurden von Wolfgang Hänsel und Kirsten Rossow durch die Museumsanlagen geführt und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Hänsel ist Zweiter Vorsitzender des Museum-Fördervereins, von Haus aus Leitender Bohrtechniker mit Bohrinselerfahrung und somit ein Fachmann par excellence. Die Kinder klebten beim Rundgang förmlich an seinen Lippen, denn schließlich wollten sie das „Ölmuckeldiplom“ erwerben.

Ölmuckel nannte man die bis zu 500 Arbeiter der Firmen aus aller Welt. Angestellte und Tagelöhner, die „muckelig“ nach dem von den Stollendecken auf Kleidung und Körper der Kumpel tropfenden Öl rochen, so Hänsel.

100 bis 200 Millionen unvorstellbar lange Jahre hat es bis zur „Öl-Reife“ gedauert, sagt Hänsel, und bald könnte es aufgebraucht sein. Bis zu 246 Meter Tiefe ging es in Wietze für die Kumpel nach unten. Von 1922 bis 1963 schlugen sie 95 Kilometer Stollen. In den ersten vier Jahren wurden die Loren noch schweißtreibend geschoben, erst danach gab es Motoren ohne Verpuffungsgefahr.

Der Blick in den Stollen hinterließ bei den Kindern einen nachhaltigen Eindruck. „Nichts für mich“, meinte einer der Jungen, der alles spannend fand, aber lieber Lokomotivführer werden möchte.

Nach dem Besteigen einer Bohrplattform, Hoch- und Tiefblick auf den „Affenkäfig“ und das „Rattenloch“, kam besagter „Lokomotiv-Fan“ noch zu seinem Recht. Hänsel lud die junge Gesellschaft zur Rundfahrt auf die werkseigene Feldbahn ein. Alle Kinder wurden übrigens zu Ölmuckeln ernannt. Ein rundum gelungenes Ferienpasserlebnis.

Von Gert Neumann