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Wietze Neue Ideen für Hornbosteler Hutweide
Celler Land Wietze Neue Ideen für Hornbosteler Hutweide
15:14 14.01.2019
Von Simon Ziegler
Wietze

Knuth Peters aus Wunstorf ist der neue Bewirtschafter der Hornbosteler Hutweide. Der 49-jährige Biobauer übernimmt die Nachfolge des Meißendorfer Landwirts Hans-Heinrich Thies, der zum Jahresende aufgehört hat. Mit dem Pächterwechsel ist auch ein neues Konzept verbunden. Heckrinder und Wildpferde wird es in der Hutweide nicht mehr geben. Peters sieht für das 75 Hektar große Gebiet eine Beweidung mit Rotbunten Rindern vor, einer alten norddeutschen Rasse.

Naturidyll zwischen Aller und Hornbostel

Das Beweidungsprojekt zwischen Aller und Hornbostel wurde im Jahr 2009 gestartet, verantwortlich ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Ziel der Pflege ist die Erhaltung der historischen Hutelandschaft. Dank der Beweidung habe sich das Gebiet im Laufe der Jahre zu einem Kleinod entwickelt, betont der NLWKN. Über 400 Pflanzenarten, davon 23 Arten der Roten Liste der in Niedersachsen gefährdeten Pflanzenarten, seien festgestellt werden. Zwölf im Kreis Celle mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Neuntöter, Schwarzkehlchen, Rohrammer, Gelbspötter, Wendehals und Sumpfrohrsänger brüten in der Hutweide. Nahrungsgäste sind neben den Weißstorchpaaren der benachbarten Orte auch Rotmilan, Silberreiher und Eisvogel.

Giftiges Jakobskreuzkraut hat sich ausgebreitet

Bisher erfolgte die Beweidung mit Heckrindern und Przewalski-Pferden als Ganzjahresbeweidung. Doch es gab einige Probleme: Das Weidemanagement mit diesen Rassen erwies sich als anspruchsvoll, die Vermarktung der Heckrinder gestaltete sich schwierig. Die Größe der Herde wuchs dadurch deutlich über das naturschutzfachlich angestrebte Niveau und die Beweidungsintensität war teilweise zu hoch. Das giftige Jakobskreuzkraut breitete sich immer mehr aus.

14 Bewerber für NLWKN-Projekt

Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen ging der NLWKN einen neuen Weg: Landwirte konnten im Frühjahr 2018 ihr Interesse an der Bewirtschaftung der Hutweide bekunden. 14 Betriebe hätten sich auf den Aufruf gemeldet, so der Landesbetrieb. „Bei der Auswahl des Pächters war es uns wichtig, dass die Bewerber neben der Erfahrung in der Rinderhaltung vor allem auch eigene Vorstellungen zur Betreuung und Vermarktung der Tiere und zum Management besonders pflegebedürftiger Teilflächen entwickelt hatten“, sagte Danny Wolff, Dezernent des Geschäftsbereichs Regionaler Naturschutz. Unter allen Bewerbern habe der Biohof Peters mit seinen Vorstellungen zur Beweidung und Vermarktung sowie zur Pflege der Hutweide am meisten überzeugt.

Erfahrener Landwirt übernimmt Zepter

Die Pachtvertragsverhandlungen wurden im Dezember abgeschlossen. „Wir sind sicher, mit Herrn Peters einen sowohl in der Rinderhaltung erfahrenen als auch für den Arten- und Biotopschutz aufgeschlossenen Partner gefunden zu haben“, sagte Bernhard Stutzmann, der sich beim NLWKN um die Pflege der landeseigenen Flächen kümmert. Der Wunstorfer Landwirt setzt auf seinem Biohof auf Rindfleischerzeugung und Hähnchenmast in Freilandhaltung.

Rinder kommen im Winter in den Stall

Er sieht eine Beweidung mit den robusten Rindern ausschließlich während der Vegetationszeit von Frühjahr bis Herbst vor. Wegen der Hochwasserrisiken, der teilweise schwierigen Einsehbarkeit der Weideflächen und wegen der Wölfe, die nach Angaben des bisherigen Pächters "in den vergangenen drei Jahren mindestens 20 Tiere weggeholt" haben, wird auf eine Beweidung im Winter und auf eine Nachzucht von Kälbern direkt auf der Fläche verzichtet. Die Tiere werden dann im Stall in Wunstorf gehalten. Die restlichen, aktuell noch in Hornbostel weidenden Heckrinder und Przewalski-Pferde sollen möglichst kurzfristig an andere Tierhalter abgegeben und abtransportiert werden.

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