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Wietze Peta-Protest vor Wietzer Schlachthof
Celler Land Wietze

Peta-Protest vor Wietzer Schlachthof

16:53 21.07.2020
Von Simon Ziegler
Bisher wurden keine Corona-Fälle aus dem Wietzer Schlachthof gemeldet, trotzdem will Peta am Mittwoch auf die Straße – im Sensenmann-Kostüm. Quelle: David Borghoff
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Wietze

Die Tierrechtsorganisation Peta will am Mittwoch vor dem Schlachthof in Wietze demonstrieren. Nachdem zuletzt Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit mehreren Tausend Quarantäne-Fällen und mehr als 1500 Corona-infizierten Mitarbeitern für Schlagzeilen sorgte, will Peta nun auch den Rothkötter-Geflügelschlachthof in Wietze „vor drohenden Gefahren warnen“, teilte die Organisation mit. Mit Sensenmann-Kostüm wollen Tierschützer ab 16 Uhr vor dem Schlachthof auf die Straße gehen. Beim Wietzer Geflügelbetrieb wurden bisher aber noch keine Corona-Infektionen unter Mitarbeitern bekannt.

„Schlachthöfe: Tödlich für Menschen und Tiere“

Unter dem Motto „Schlachthöfe: Tödlich für Menschen und Tiere“ mahnt Peta, die Infektionsrisiken ernst zu nehmen. Bereits im Jahr 2004 habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen ausgemacht, also die Übertragung von Infektionskrankheiten von Tier zu Mensch. Für Peta ist die Fleischindustrie nicht zukunftsfähig, die Organisation macht sich für mehr vegane Produkte stark.

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Gier nach Fleisch für Corona verantwortlich?

„Die Gier nach Fleisch hat überhaupt erst zahlreiche Infektionskrankheiten und Pandemien wie Covid 19 begünstigt. Wo Tiere massenweise auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente zusammengepfercht werden, existieren regelrechte Brutstätten für tödliche Keime“, sagte Jens Vogt, Aktionskoordinator bei Peta. „Mittlerweile mussten schon zahlreiche Schlachtbetriebe schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus nicht zu verschärfen.“

Tierschützer berufen sich auf Wissenschaftler

Die Hauptursache, dass Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen werden, sei der Verzehr und Handel von Tieren, also die landwirtschaftliche Tierhaltung. Obwohl das Problem der deutschen Politik bekannt ist, bleibe sie tatenlos, kritisiert Peta. Dabei habe schon der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Landwirtschaft im Jahr 2015 in einem Gutachten festgehalten: „Tierische Lebensmittel bergen grundsätzlich Risiken für die menschliche Gesundheit. Mögliche Beeinträchtigungen der Gesundheit ergeben sich zum einen durch Erreger von Zoonosen, die in den Tierbeständen vorkommen und auf unterschiedlichen Wegen zu den Konsumenten gelangen können, zum anderen durch verschiedene stoffliche Belastungen aus der Tierhaltung sowie durch die Entstehung von Resistenzen gegenüber Medikamenten.“ Die Demonstration soll etwa eine halbe Stunden dauern.

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