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Wietze "Abriss kommt nicht in Betracht"
Celler Land Wietze "Abriss kommt nicht in Betracht"
15:26 17.04.2019
Die Sanierung des Wietzer Bohrturms wird immer teurer. Quelle: David Borghoff
Wietze

Was wird aus Turm 70? Die immer teurere Sanierung des Wietzer Wahrzeichens ist in der Gemeinde längst ein Politikum – nicht nur im Bürgermeister-Wahlkampf. Letztlich muss der Gemeinderat entscheiden, ob zusätzliche Steuergelder für die Sanierung des maroden Turms, die eine halbe Million Euro kosten soll, aufgebracht werden.

"Wir werden finanziell nachbessern müssen"

Die CDU stellt sich klar hinter die Sanierung – auch wenn es kostspielig wird. „Ein Verfall oder Abriss des Wietzer Wahrzeichen und Magnet des Museums kommt für uns nicht in Betracht“, sagt CDU-Fraktionschef Cord Hoppenstedt auf CZ-Anfrage. Sollte es keine Alternativen – sowohl technischer Art als auch in den Finanzierungsmöglichkeiten – geben, „so werden wir finanziell nachbessern müssen“, stellt er klar. Der Christdemokrat gibt zu bedenken, dass ohne Investition in Turm 70 das Museum deutlich an Attraktivität verlieren würde.

Grüne: Bohrturm ist Leuchtturm

Ähnlich sehen es die Grünen, zumindest mehrheitlich, wie der Fraktionsvorsitzende Claus-Friedrich Schrader sagt. „Wir befürworten ein weitergehendes finanzielles Engagement der Gemeinde zugunsten der Bohrturm-Sanierung“, so Schrader. Turm 70 sei für das Museum ein „Leuchtturm“. Ein Scheitern der Sanierungsbemühungen aus Kostengründen würde auch die Bemühungen um eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Erdölmuseums behindern, sagt Schrader. Er regt den Versuch an, weitere Sponsorengelder einzuwerben, um die Belastung des öffentlichen Haushaltes zu verringern. Der Grünen-Politiker glaubt, dass die Wietzer Bürger Verständnis für die Sanierungskosten haben.

Eine halbe Million Euro soll die Sanierung des Wietzer Wahrzeichens kosten. Die Politik will das Museum nicht im Stich lassen.

"Finanzierungslücke hat uns überrascht"

„Die Mitteilung einer erneut zu erwartenden größeren Finanzierungslücke hat uns völlig überrascht“, äußert sich SPD-Fraktionschef Helmut Kersting. Angesichts der finanziellen Situation „müsste man zu dem Ergebnis kommen, dass sich die Gemeinde eine weitere Verschuldung nicht leisten kann“, so der Sozialdemokrat. Ein Nein zur Sanierung ist das aber nicht. „Ich bin der Auffassung, dass jetzt ein wohlerwogener Abwägungsprozess erfolgen muss. Sollte eine Sanierung nicht erfolgen, entfallen die bewilligten Fördergelder. Auch eine Teilsanierung löst das Problem nicht“, sagt Kersting. Der Turm verkörpere die Geschichte Wietzes. „Es wäre eine Schande, wenn der Turm aus Sicherheitsgründen nicht nur gesperrt, sondern auch weiträumig umzäunt werden müsste“, so Kersting.

Die neue Debatte zum Wietzer Bohrturm ist entflammt, weil auch bei der zweiten Ausschreibung Ergebnisse erzielt wurden, die deutlich über dem Budget liegen. Die Gemeinde steuert bisher 100.000 Euro bei, die Leader-Aktionsgruppe „Aller-Leine-Tal“ hat den gleichen Betrag in Aussicht gestellt. Der Trägerverein des Museums wird 170.000 Euro übernehmen. Die Sparkasse unterstützt das Vorhaben mit 35.000 Euro. Trotzdem fehlen Stand jetzt etwa 100.000 Euro.

Unterstützung à la Notre-Dame?

Angesichts der hohen Sanierungskosten von Turm 70 regt Museumschef Stephan Lütgert eine Spendenaktion an. „Wir haben hier nicht Notre-Dame“, sagt er mit Blick auf Paris. Aber die gewaltige Spendenbereitschaft in Frankreich hat bei ihm zur Überlegung geführt, ob sich nicht auch im Kreis Celle private Geldgeber an der Sanierung beteiligen könnten, um die Belastung für die Steuerzahler zu minimieren. Der Bohrturm ist mit Abstand das wichtigste Exponat des Museums. Sollte eine Sanierung nicht zustande kommen, würden alle Bemühungen in Sachen Dauerausstellung oder Forschungsprojekte konterkariert, das Museum neu aufzustellen.
Wer das Museum unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an
info@erdoelmuseum.de wenden.

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