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Wietze Schnellverbindung nach Berkhof gesperrt
Celler Land Wietze Schnellverbindung nach Berkhof gesperrt
13:52 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Schranke an Weg in Feldmark - Klaus B wundert sich, dass der Schlagbaum über die Straße von Jeversen nach Berkhof nur aufgelegt und nicht befestigt ist. Quelle: Peter Müller
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Jeversen

Und nun haben die Realverbände eine weitere Straße gesperrt. Diese Schotterpiste, die in der Region Hannover in diesem Jahr streckenweise saniert worden ist, erspart den Jeversenern Umwege von bis zu 12 Kilometern. Sie haben die Straße mit einem Holz-Schlagbaum dichtgemacht. Bis vor gut 50 Jahren die Autobahn 7 von Hamburg nach Hannover gebaut wurde, war die Straße von Jeversen nach Berkhof am Jeversener Hirtenhaus ausgeschildert. 13 Kilometer bis Berkhof war dort zu lesen, erinnert sich Klaus B.

Der staunte nicht schlecht, als er nun vor wenigen Wochen vor einem Schlagbaum in der Feldmark stand. Dieser versperrte ihm den Weg zur Autobahnauffahrt. B. recherchierte, fragte bei der Gemeinde Wedemark nach, warum denn diese Straße nicht zu benutzen sei. Dort erfuhr er, dass die Straße vor zwei Jahren von der Gemeinde an zwei Realverbände übertragen worden ist. Und da die Realverbände offenbar nicht auf eigene Kosten die Schäden beseitigen wollen, die der Wietzer Durchgangsverkehr verursacht, ist die Straße jetzt eben dicht.

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l Schildbürgerstreich um Parkplatz: B.meint, es handele sich dabei um einen Schildbürgerstreich. Natürlich ärgert er sich darüber, dass er nun über die Bundestraße 214 zur nächsten Autobahnauffahrt fahren muss. Besonders ärgert er sich aber darüber, dass man aus dem Landkreis Celle nicht mehr zu einem Parkplatz kommt, den die Stadtwerke Hannover an dieser Straße errichtet haben. "Wir haben den Schlagbaum nicht aufgestellt. Uns gehört die Straße ja nicht, sondern nur der Parkplatz. Der kann gerne genutzt werden. Es ist natürlich schade, dass er nun nicht mehr aus Richtung Wietze angefahren werden kann", sagte Bianca Bartels, Sprecherin der Stadtwerke Hannover, die dieses Gebiet seit über 80 Jahren als Wassergewinnungsgebiet für die Landeshauptstadt nutzen.

l Kriminelle Machenschaften?: Einen anderen Grund, warum die Straße gesperrt worden ist, nannte Herbert Alpers, der Vorsitzende des Realverbands Berkhof. Auch dieser Eigentümergemeinschaft gehört ein Teil der Straße. Von Drogengeschäften in der Feldmark, von ausgeschlachteten Autos am Wegesrand war die Rede. Wie ein nur aufgelegter und nicht fest montierter Schlagbaum Kriminelle von ihren Autobahn-nahen illegalen Geschäften abhalten soll, das vermag Klaus B. nicht nachzuvollziehen.

Sein Verband habe diesen Schlagbaum indes nicht aufgestellt, sagte Alpers. Wohl habe man aber schon überlegt, einen aufzubauen. Der Realverband Elze, also Brüggemanns Verband, habe einen Antrag auf Sperrung der Straße gestellt, war aus dem Amt für Liegenschaften der Gemeinde Wedemark zu vernehmen. Brüggemann ist Landwirt und derzeit viel auf seinen Feldern unterwegs. Für die CZ war er telefonisch nicht zu erreichen. Wer ihn sprechen möchte, sollte es gegen 8 Uhr unter (05130) 5068 versuchen oder ihn auf seinem Grund und Boden ansprechen.

Hintergrundkasten: "Vorgeschichte"

Seit Jahrzehnten dulden es die Landeigentümer in der Region Hannover nicht, dass Wietzer aus Wieckenberg über die denkmalgeschützte Kreisstraße 5 nach Fuhrberg gelangen.

Diese Verbindung, die den Wietzern Umweg von bis zu 13 Kilometern erspart, haben die Männer aus der Region Hannover vor Jahren schon mit Schlagbäumen und einem Stahlbetonriegel dicht gemacht. Dennoch nutzten Wietzer diese Straße mit schöner Regelmäßigkeit. Ludwig Brüggemann und seine Mitstreiter vom Realverband Elze haben vor zwei Jahren durch mehrere Kontrollaktionen versucht, dieses zu unterbinden. Die Verwaltungsbehörden der Region Hannover haben im Frühjahr 2007 Hunderte von Verwarngelder für Wietzer Autofahrer geschrieben, die die K5 benutzten.