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Wietze Schritt in die automobile Zukunft
Celler Land Wietze Schritt in die automobile Zukunft
17:30 07.03.2019
Von Oliver Gatz
Erster Spatenstich: Bürgermeister Wolfgang Klußmann (Vierter von rechts) mit Vertretern des Unternehmens Wabco auf dem Testgelände in Jeversen. Quelle: Oliver Gatz
Jeversen

Für den Ausbau seiner Teststrecke hat der Autozulieferer Wabco am Donnerstag im Beisein von rund 60 Gästen aus Politik und Wirtschaft den ersten Spatenstich gesetzt. „Diese Testbahn ist ein essenzieller Baustein für die Produktentwicklung in Hannover“, sagte Jürgen Heller, einer der drei Geschäftsführer von Wabco Deutschland. „Wir bewegen uns in die Zukunft.“ Es gehe darum, mit neuester Technologie Nutzfahrzeuge sicherer und effizienter zu machen.

Fahrbedingungen wie auf der Autobahn

Den Planungen zufolge wird die neue Teststrecke für Lastwagen und Busse etwa 3,6 Kilometer lang sein und die Form eines Ovals haben. Dort sollen Fahrbedingungen wie auf Autobahnen simuliert werden. Kostenpunkt: rund 18 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch Parkplätze, ein neues Projekt-Zentrum mit einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern und zwei weitere Lkw-Hallen. Für die Erweiterung des Testgeländes hat Wabco rund 25 Hektar Land erworben.

Ursprüngliche Streckenführung verlegt

Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann sprach mit Blick auf die Bauleitplanung von einem „guten Miteinander“. Alle Beteiligten hätten sich mit den vorgetragenen Bedenken konstruktiv auseinandergesetzt. So sei angesichts der Nähe zur Wohnbebauung ein Lärmschutzwall geplant. Außerdem sei die ursprüngliche Streckenführung verlegt worden.

Im Zusammenhang mit den Wabco-Plänen wurde immer wieder Kritik laut. Diese sei zum Teil „ganz weit unter der Gürtellinie“ gewesen, sagte Klußmann. Dafür habe er kein Verständnis.

In Spitzenzeiten bis zu 250 Mitarbeiter

Wabco entwickelt unter anderem Brems- und Abbiegeassistenten für Nutzfahrzeuge und forscht auf dem Gebiet der Sensorik, Infrarot- und Radartechnik. Das im August 2018 eröffnete Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hannover gilt als „Herz und Hirn“ des Unternehmens. Dort hatte Wabco in den vergangenen Jahren rund 25 Millionen Euro investiert. Auf dem Testgelände in Jeversen arbeiten in Spitzenzeiten bis zu 250 Mitarbeiter, davon viele aus Hannover.

Die neuesten Trends wie vernetztes und autonomes Fahren seien nicht denkbar ohne Teststrecken wie die in Jeversen, betonte Wabco-Geschäftsführer Heller. Diese hatte Wabco 1995 eröffnet. 2008 folgte die Erweiterung der sogenannten Fahrdynamikfläche. Jetzt macht das Unternehmen einen weiteren Schritt nach vorn: Die Fertigstellung des Projekt-Zentrums ist bis Jahresende geplant. Bis Mai kommenden Jahres soll der Bau der neuen Testbahn abgeschlossen sein.

Kreuzungen, mobile Ampeln und Stellwände

Doch damit nicht genug: Wabco plant weitere zehn bis zwölf Millionen Euro, um in einem weiteren Schritt realistische Verhältnisse für den Bereich Innenstadtsensorik zu schaffen. Das bedeutet: Auf dem Testgelände werden mobile Ampeln und Stellwände errichtet, um das innerstädtische Verkehrsgeschehen zu simulieren. Vorgesehen ist auch der Bau von Kreuzungen.

Das Unternehmen stellt sich überdies auf neue Anforderungen an Getriebe ein. Dazu gibt es Ideen für eine Hügellandschaft auf dem Testgelände.

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