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Wietze Dea ist gesprächsbereit
Celler Land Wietze Dea ist gesprächsbereit
15:44 12.04.2019
Von Simon Ziegler
Was wird aus den Dea-Gebäuden in Wietze? Quelle: Oliver Knoblich
Wietze

Es war ein Schock in der Gemeinde Wietze: die angekündigte Schließung des Dea-Standortes und der drohende Verlust von 50 Arbeitsplätzen. So schwer es auch fällt, jetzt müssen Politik und Verwaltung nach vorne schauen.

"Es geht um die Zukunft der Gebäude"

Bürgermeister Wolfgang Klußmann berichtet, dass das Unternehmen zu Gesprächen bereit sei. Nachdem der Rat auf SPD-Vorschlag einstimmig eine Resolution zum Erhalt der Arbeitsplätze verabschiedet und das Unternehmen zum Dialog aufgefordert hatte, bot das Unternehmen Gespräche an. Klußmann dämpft allerdings sogleich die Hoffnungen, was die Jobs an der Industriestraße betrifft. "Dea hat sehr deutlich gemacht, dass die Entscheidung gefallen ist. Es geht aus meiner Sicht nicht um den Erhalt der Arbeitsplätze. Es geht um die Zukunft der Gebäude, also eine Nachnutzung des Labors." Klußmann will in den Gesprächen wissen, welche Gedanken sich Dea darüber gemacht hat. Er selbst begrüßt jede Nachnutzung, "die ins Gebäude passt und Arbeitsplätze generiert". Interessenten sind bislang aber noch nicht in Erscheinung getreten.

Der Dea-Standort in Wietze soll geschlossen werden. Quelle: Oliver Knoblich

800 Arbeitsplätze sollen wegfallen

Die Gespräche mit Dea sollen nach Ostern geführt werden. Daran teilnehmen werden neben Klußmann die Fraktionsvorsitzenden im Wietzer Gemeinderat sowie Verantwortliche des Hamburger Unternehmens. Das künftige Öl- und Gasförderunternehmen Wintershall Dea will nach Abschluss des Fusionsprozesses 800 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Das Wietzer Labor soll in Barnstorf im Kreis Diepholz angesiedelt werden.

In Wietze sollen 50 Arbeitsplätze wegfallen. Quelle: Oliver Knoblich

Klaassen: Kein Wahlkampf-Thema

Unterdessen hat sich SPD-Bürgermeister-Kandidat Ingolf Klaassen in der Sache zu Wort gemeldet. Er will genau wie Klußmann das Thema aus dem Bürgermeister-Wahlkampf heraushalten, dafür sei die Sache zu ernst. Die anstehenden Gespräche mit Dea hält er für richtig. „Dies ist ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Vertreter der Gemeinde werden deutlich machen, dass die angekündigte Schließung des Standorts in Wietze auf kein Verständnis stößt“, erklärt Klaassen. Trotz der „Unbeweglichkeit der Dea-Spitze“ sei ein solches Gespräch sinnvoll. „Eine Null-Prozent-Lösung ist für uns in Wietze keine Lösung. Deswegen gilt es Alternativen zu erarbeiten“, erklärt der Sozialdemokrat. Er will für den Erhalt des Bohranlagenbetriebs kämpfen.

Das künftige Öl- und Gasförderunternehmen Wintershall DEA will in Deutschland 800 Jobs abbauen. Quelle: Uwe Zucchi

Runder Tisch soll Arbeit aufnehmen

Klaassen hatte außerdem einen Runden Tisch angeregt: An diesem sollen Wietzer Dea-Mitarbeiter und Gewerkschafter sowie Experten aus Handwerk, Wissenschaft und Finanzen Platz nehmen. Der Runde Tisch soll im Mai seine Arbeit aufnehmen. Zuletzt hatte auch Ministerpräsident Stephan Weil seine Unterstützung für die Beschäftigten in Aussicht gestellt.

Klußmann-Klaassen-Streit über Turmsanierung

Amtsinhaber Wolfgang Klußmann (CDU) wirft seinem Kontrahenten ums Bürgermeisteramt, Ingolf Klaassen (SPD), vor, es bei der Sanierung des Wietzer Bohrturms mit den Fakten nicht sehr genau genommen zu haben. "Falsch ist, dass es mein Vorschlag gewesen sein soll, die fehlenden Mittel durch eine zusätzliche Verschuldung abzudecken", sagt Klußmann. Es sei Klaassens Parteifreundin Birgit Bührke gewesen, die vorgeschlagen habe, die fehlenden Mittel aus dem kommunalen Haushalt bereitzustellen. "Ich habe lediglich geäußert, dass, wenn es hierfür eine Mehrheit der Ratsmitglieder geben sollte, die Mittel durch einen Nachtragshaushalt bereitzustellen wären. Vielleicht sollte Herr Klaassen erst einmal in den eigenen Reihen klären, ob man nun zusätzliche Haushaltsmittel bereitstellen will oder eben nicht", sagt Klußmann. "Jedenfalls ist es unredlich und wird der Problemlage in keiner Weise gerecht, wenn mir irgendwelche 'Klußmann-Lösungen' in den Mund gelegt werden, die tatsächlich von der SPD stammen", schimpft der Bürgermeister. Er werde sich gemeinsam mit der Museumsleitung und den Vorstandsmitgliedern des Museumsvereins "intensiv, aber mit der gebotenen Ruhe und Sachlichkeit" um eine Lösung bemühen.

Es ist eine unendliche Geschichte: Seit Jahren wird die Sanierung des Wietzer Bohrturms geplant. Alles schien klar, jetzt fehlen 100.000 Euro.

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