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Wietze Tempo-Flickenteppich will keiner
Celler Land Wietze Tempo-Flickenteppich will keiner
13:27 05.03.2019
Von Oliver Gatz
Der Gemeinderat Wietze will entlang der Bundesstraße 214 kein Tempo 30 im Bereich der Kita, der Schule und der Altenheime. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Wietze

Neun verschiedene Tempo-Zonen auf der B 214 in Wietze? Ein solcher Flickenteppich ist der Kommune ein Dorn im Auge. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, von einem Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 im Bereich von Kindertagesstätten, Schulen und Altenheimen entlang der Bundesstraße abzusehen.

Hintergrund ist eine Novelle der Straßenverkehrsordnung, wonach innerhalb geschlossener Ortschaften auf Straßen, die direkt an Kitas, Schulen, Kliniken oder Pflegeheimen vorbeiführen, unter bestimmten Bedingungen Tempo 30 gelten muss. Die Regelung gilt für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen.

Stetiges Abbremsen und Beschleunigen befürchtet

„Ob das zu der notwendigen Akzeptanz der Autofahrer führt, muss jeder für sich entscheiden“, sagte Bürgermeister Wolfgang Klußmann mit Blick auf die Vielzahl möglicher Tempo-Zonen in Wietze. „Ich bin jedenfalls skeptisch.“ Durch den Wechsel von Tempo 30 auf Tempo 50 würden insgesamt neun unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche für die Ortsdurchfahrt entstehen. Das bedeutet: stetiges Abbremsen und Beschleunigen. Die Folgen wären zunehmender Lärm und höhere Abgasemissionen.

Voraussetzungen zum Teil nicht gegeben

Aus Sicht der Verwaltung fehlen zudem die Voraussetzungen für die Tempo-30-Zonen, nämlich der direkte Zugang der vier Standorte zur Straße. So befindet sich der Eingang zur Kita Fliegenpilz an der Straße „Unter den Eichen“. Der Zugang zur Schule erfolgt über die „Schulstraße“. Der Eingang des Altenheims Wahl liegt zwar an der Bundesstraße, ist jedoch durch Gehweg und Parkstreifen vom fließenden Verkehr getrennt. Und beim Altenheim Wachutka ist das Grundstück durch eine Einfriedung abgesichert.

Außerdem befinden sich in unmittelbarer Nähe der Schule und der Kita Ampeln, um die Bundesstraße zu überqueren. Eine weitere Ampel an der Steinförder Straße liegt etwa 200 Meter von den Altenheimen entfernt.

Nächtliches Tempo-Limit gefordert

Unterdessen macht sich Klußmann weiter für ein nächtliches Tempo-30-Limit zwischen 22 und 6 Uhr auf der B 214 in Wietze und Jeversen stark. Darin sieht er das eigentliche Problem. „Nachts finden hier Rennen mit aufgemotzten Autos statt“, sagte er. Deshalb habe die Gemeinde verdeckte Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. Ergebnis: „Wir hatten Spitzen von weit über 100 Stundenkilometern. Das ist ein sehr viel größeres Problem als die Tempo-Reduzierung tagsüber. Für mich bedeutet mehr Geschwindigkeit gleich mehr Lärm.“

Weiterer Kreisel geplant

Die Ursache für die Raserei auf der Bundesstraße sieht Klußmann im Ortseingangsbereich Richtung Celle. Dieser soll nach Auskunft des Bürgermeisters ab 2020 umgebaut werden. Geplant ist dort ein Kreisverkehr. „Dadurch wird sich das Problem verringern“, ist sich Klußmann sicher. „Die Mittel stehen bereit. Die Zeichen stehen auf Grün.“ Die Gemeinde führe bereits Vorgespräche mit der Straßenbaubehörde in Verden.

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