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Wietze Wietze-Prozess: Spuren führen ins hannoversche Nachtleben
Celler Land Wietze Wietze-Prozess: Spuren führen ins hannoversche Nachtleben
18:15 15.01.2018
Quelle: Philipp Schulze
Wietze

Der Vorsitzende Richter ließ die Beleuchtung dimmen, um Sequenzen aus einer Überwachungskamera zu begutachten, die der Geschäftsmann rings um das Firmenareal an der Dea-Straße installiert hatte. Ein paar Scheinwerfer vorbeifahrender Fahrzeuge blitzten in den Abendstunden des 23. Juli vorigen Jahres auf. Plötzlich schleicht eine Gestalt über das Gelände, legt etwas auf einen Tisch und verschwindet. Ein paar Minuten später dringen Gesprächsfetzen durch. Auf einmalertönt ein lauter Knall. Gebrüll und Schmerzensschreie sind zu hören. Der Niedergeschossene hält sich den Bauch, taumelt und wählt mit letzter Kraft den Notruf. "Auf mich ist geschossen worden. Bitte kommen Sie schnell." Ein Auto rast davon.

Zu Prozessauftakt hatten die beiden Angeklagten vergangene Woche die Anklagevorwürfe im Kern eingeräumt. Demnach dirigierte ein 20-Jähriger den US-Car-Händler unter einem Vorwand aus den Verkaufsräumen nach draußen und feuerte mit einer Maschinenpistole auf seinen Oberkörper. Als „Wahnsinnstat“ gestand der Heranwachsende die Schussabgabe und gab als Motiv an, er habe aus Sorge um seine Schwester gehandelt.

Der Mitangeklagte, der die Waffe vor dem Verkaufsraum deponierte, widersprach der Erzählung seines Bekannten. Die Familie habe den Unternehmer als Partner der Tochter nicht akzeptiert, da er kein Kurde sei. Das Gericht muss die Erzählungen behutsam sezieren, der 41-Jährige steckt offenbar seit langer Zeit in Strukturen der organisierten Kriminalität.

Kurz nach der Geburt Ende der 1970er Jahre brach die Familie die Zelte in Süditalien ab und wanderte in die Bundesrepublik aus. Zunächst in Stuttgart, später in Hannover bewirtschafteten die Eltern ein Restaurant. Um die Jahrtausendwende verließ er den Betrieb, um als Türsteher im hannoverschen Rotlichtmilieu anzuheuern. Bei dieser Tätigkeit lief ihm der Harley-Händler aus Wietze über den Weg, beide freundeten sich an.

Bei der Befragung vor der 10. Großen Strafkammer blätterte eine Kommissarin durch die Aufzeichnungen und stieß auf eine seltsame Korrespondenz mit einem "Carlo". Der 41-jährige Tatverdächtige schrieb im Juni 2017: "Bin an etwas dran, kommt auch eine schöne Summe für Euch raus. Vorsichtig nicht über Telefon. Stehe bereit." Bis heute ist unklar, ob der Chat mit der Tat in Wietze in Verbindung steht.

Als sich ein Bekannter des mitangeklagten 41-Jährigen auf den Zeugenstuhl setzte, gewannen die Richter durch gutes Zureden sein Vertrauen. Der 26-Jährige berichtete, wie er Ende September oder Anfang Oktober 2016 vom Angeklagten die geliehene Summe von 4500 Euro zurückforderte. Statt das Geld zurückzuzahlen, holte der Mann zwei Maschinenpistolen mitsamt Munition aus einem Versteck hervor – möglicherweise war es eine Drohung. "Warum er mir die zeigte, hat er nicht gesagt, ich vermutete einen Einschüchterungsversuch", sagte der Zeuge. Die offene Rechnung ist bis heute nicht beglichen.

Der 41-jährige gebürtige Neapolitaner ist bei der Justiz ohnehin kein Unbekannter. Das Landgericht Hannover schickte ihn im November 2008 für sechs Jahre und acht Monate hinter schwedische Gardinen.

Ende Januar geht der Prozess weiter. Das Urteil soll im März fallen.

Von Benjamin Reimers

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