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Winsen Begegnungen auf Augenhöhe
Celler Land Winsen Begegnungen auf Augenhöhe
11:56 31.07.2019
Zahlreiche Momentaufnahmen zeigt Ruth Schimmelpfeng-Schütte in ihrer Fotoausstellung „Indien – weiblich“. Quelle: Doris Hennies
Winsen

„Es ist mir wichtig, mit meinen Bildern meine Solidarität und Anerkennung auszudrücken“ unterstreicht Ruth Schimmelpfeng-Schütte gleich zu Beginn, wenn sie über ihre Fotografien indischer Frauen spricht. Zahlreiche Momentaufnahmen, vor allem von den Menschen auf den Straßen, hat sie auf ihren mehrfachen Reisen nach und durch Indien mit ihrer Fotokamera eingefangen. Eine spezielle Auswahl daraus gibt es derzeit in der Ausstellung „Indien – weiblich“ im Kulturcafé „nebenan“ in Winsen zu sehen.

Nonverbale Kommunikation

Es sind vor allem Porträtaufnahmen von Frauen jeden Alters. Stark, erfahren, selbstsicher – mit deutlichem Blickkontakt, eine Kontaktaufnahme, eine Einverständniserklärung, ein Augenblick der Kontaktaufnahme – nonverbale Kommunikation. „Auch wenn all diese Bilder quasi im Vorübergehen, im Zuge einer zufälligen, ja flüchtigen Begegnung entstanden, gibt es doch diesen Moment von Wahrnehmung gegenseitiger Präsenz“, beschreibt die Freizeitfotografin. „Es war stets eine Begegnung auf Augenhöhe“.

Mit Einverständnis abgelichtet

Scheue Schönheiten, altersgegerbte Gesichter, mal kurz, geschmeichelt in Pose gestellt, mal mitten in der Bewegung beim Arbeiten. All die Frauen haben sich mit ihrem Einverständnis ablichten lassen – die einen stolz, die anderen erstaunt. „… ja ungläubig, dass wirklich jemand ein Bild von ihnen machen möchte. Dazu muss man wissen, dass die Fotos vor allem Frauen zeigen, die ich bei meinen Reisen – zum Teil geführt, oft aber auch alleine, einfach mit Rucksack auf eigene Faust unterwegs – auf der Straße oder öffentlich zugänglichen Gebäuden getroffen habe. In dem traditionellen Kastensystem Indiens gehören sie in der Regel der untersten Stufe an – oder noch schlimmer, gar keiner Kaste. Das macht sie in dieser gesellschaftlichen Hierarchie rechtlos, ja wertlos und unsichtbar. Nicht selten sind sie erheblichen Schikanen und Bedrohungen ausgesetzt – von erzwungenen Verhütungen, Säureattentaten bis hin zu Gruppenvergewaltigungen“.

Frauen eine Stimme geben

Mit ihren Fotos will Ruth Schimmelpfeng-Schütte diesen Frauen eine Stimme geben, sie für einen Wimpernschlag aus der Anonymität heben, sie festhalten – eine Bestätigung von „ihr werdet gesehen“ und ein Beitrag von Achtung – und gleichzeitig ein Appell für menschenwürdige Behandlung. „Es hat mich, ehrlich gesagt, sehr fasziniert, wie trotzdem selbstbewusst und selbstsicher diese Frauen auftreten, ihrer Arbeit nachgehen und ihr Leben meistern und annehmen – und dabei auch noch fröhlich sein können und lachen, wenn diese Momente sich ergeben. Schon all diese indische Farbigkeit, ihre ganze Ausstrahlung unterstreichen doch diese Botschaft „hier, das bin ich“. Das hat mich immer wieder beeindruckt und das sollen meine Fotoaufnahmen auch dokumentieren und wiedergeben.“

Die Ausstellung wird bis zum 10. Oktober im Kulturcafé nebenan, Am Kirchplatz, in Winsen gezeigt. Öffnungszeiten: sonntags bis
freitags, 15 bis 18 Uhr.

Von Doris Hennies

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