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Winsen Zweifel am Glasfaser-Projekt
Celler Land Winsen Zweifel am Glasfaser-Projekt
06:05 16.04.2019
Von Simon Ziegler
Im Kreis Celle werden viele Haushalte ans Glasfaser-Netz angeschlossen. Quelle: Guido Kirchner
Winsen

Hans Hoyer hat viele Fragen zum neuen Breitband-Internet. Der Winser wartet seit einem Jahr auf das schnelle Netz. „Ich habe im April 2018 einen Vorvertrag abgeschlossen, der mittlerweile zum Vertrag geworden ist. Vodafone und Landkreis informieren nun Richtung Ende 2020 über den endgültigen Anschluss. Das sind dann fast drei Jahre und ich werde nicht jünger“, sagt der 75-Jährige. Dass es so lange dauert, ist die eine Sache. Vor allem würde Hoyer aber gerne wissen, wie die Arbeiten vor Ort konkret aussehen werden, wenn es losgeht. Und niemand könne sie ihm beantworten. Der Winser ist unzufrieden: „Der Landkreis verweist auf den Zeitraum, wenn das Tiefbauunternehmen die Kabel ins Haus verlegt und Vodafone den Anschluss herstellt. Im Vodafone-Shop höre ich: ‚Im Detail wissen wir das nicht‘“.

„Baumaßnahmen, über die vorher nicht informiert wurde"

Beim Vorvertrag habe es geheißen, dass der Anschluss über vorhandene Rohre in der Erde erfolgt, erinnert sich der 75-Jährige, der sich als IT-Laie bezeichnet. „Den Videos vom Landkreis entnehme ich etwas anderes. Von der Straße wird das neue Kabel über eine Bohrung ins Haus verlegt. Dort wird ein Anschlusskasten installiert, daneben muss ein Stromanschluss sein. Bei mir ist der Eingangsbereich gepflastert. Da müssen Steine hoch genommen werden. Im Haus muss von einem Elektriker ein Kabel verlegt werden. Das heißt bei mir, durch die Diele an anderen Räumen vorbei bis ins Arbeitszimmer.“ Er fragt, ob die Leitungen über oder unter Putz verlegt werden. Er wünsche keine Baustelle, nur um schnelles Internet zu bekommen, das er mit seinen 75 Jahren nicht so dringend brauche.

Landrat Klaus Wiswe und Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter beim Startschuss des Highspeed-Glasfaser-Netzes. Quelle: Vodafone, Valéry Kloubert

Kunde mit VDSL-Anschluss zufrieden

Hoyer kommt zu dem Schluss: „Es entstehen Baumaßnahmen, über die vorher so nicht informiert wurde. Hätte ich dies vorher gewusst, hätte ich mir den Vertragsabschluss dreimal überlegt.“ Dazu kommt, dass er mit seinem VDSL-Anschluss eigentlich ganz zufrieden ist. „Ich werde auch kein Smart-Home einrichten.“

Beschwerde-Mail an Landkreis

Der Winser hat jetzt eine Beschwerde-Mail an den Landkreis geschrieben. Im Antwortschreiben heißt es: „Bei einem Glasfaseranschluss bekommen Sie ein ganz neues Kabel ins Haus gelegt. Dabei handelt es sich um ein sehr kleines Glasfaserkabel, welches von einem circa 10 Millimeter dicken Schutzrohr umgeben ist. Es wird ein kleines ‚Kopfloch‘ an der Hauswand gegraben. Das Kabel wird dann durch eine Bohrung in der Hauswand in das Haus eingeführt. Meistens wird das Kabel vom Bürgersteig aus unterirdisch in Richtung Haus ‚geschossen‘. Das Bohrloch an der Hauswand wird wasserdicht versiegelt.“ Wie die Verbindung in Hoyers Fall genau sein werde, lasse sich aber „von hier nicht beurteilen“, schreibt der Landkreis-Mitarbeiter. „Sobald die Bauarbeiten in Ihrer Straße beginnen, wird das Tiefbauunternehmen oder ein Vodafone-Techniker alle Details mit Ihnen besprechen.“

Ob jetzt in seinem Haus größere Arbeiten anstehen, weiß Hoyer nach dieser E-Mail immer noch nicht. „Ich habe noch keine befriedigende Antwort erhalten“, sagt er.

Bedarf an Bandbreite steigt und steigt

Der Landkreis wird auch in seinem Schreiben an Hoyer nicht müde, auf die Vorzüge des Glasfaserausbaus hinzuweisen. „Das Internet rückt immer weiter in den täglichen Bedarf. Wichtige Stichpunkte sind die Telemedizin oder das Streamen von TV-Inhalten – denn das lineare Fernsehen, wie wir es heute noch kennen, wird es wahrscheinlich in einigen Jahren in der Form nicht mehr geben. Damit steigt der Bedarf an Bandbreite immer weiter, sodass wahrscheinlich schon in einigen Jahren ein VDSL-Anschluss nicht mehr ausreichen wird, um den Bedarf in einem Haushalt zu bedienen“, sagt Sprecher Tore Harmening.

Klar ist: Mit seinen Fragen dürfte Hans Hoyer nicht alleine sein. Tausende Kunden haben Vorverträge unterschrieben und warten auf den Glasfaserausbau. Zuletzt hieß es, dass es wegen der Überprüfung von Kampfmitteln zu Verzögerungen kommt.

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