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Winsen Krimi und Kirche: Das geht in Winsen gut
Celler Land Winsen Krimi und Kirche: Das geht in Winsen gut
14:24 10.09.2019
Beim Krimigottesdienst "Tatort Bibel"  in der Winser St.-Joahhnes-der-Täufer-Kirche berichtet Jakob (Jürgen Vötig)  Sherlock Holmes (Volker Deiters), was ihm zuvor sein Sohn Ruben (Bernd Ahrens, ganz rechts) erzählt hatte. Quelle: Oliver Knoblich
Winsen

Ein Gottesdienst der besonderen Art fand am vergangenen Sonntagabend in der Winser St.-Johannes-der-Täufer-Kirche statt. Für etwa 200 Besucher öffneten sich pünktlich um 17.45 Uhr die Türen der Kirche. Bereits beim Betreten in das Kirchenschiff bot sich ein ungewöhnliches Bild. Der Altarraum war mit rotem Licht ausgeleuchtet. Für die richtige Stimmung sorgte die Projektband, die bereits mit ihrem ersten Stück, der Tatortmelodie, für Atmosphäre sorgte. Allen war klar: Der Tatort sollte an diesem Abend die evangelische Kirche sein.

Barbara Gerhard liest in der Eingangsszene in der Bibel. Quelle: Oliver Knoblich

Bibel bietet zahlreiche Kriminalfälle

Nach einleitenden Worten durch Prädikantin Patricia Schömburg konnte der Krimigottesdienst beginnen. Doch was braucht es für einen richtigen Krimi? Natürlich ein Verbrechen. Tatsächlich bietet die Bibel bei genauerem Hinsehen zahlreiche Kriminalfälle. Es beginnt bereits bei Adam und Eva mit einem Diebstahl. Mord ist ebenfalls nicht ungewöhnlich, ebenso wie Menschenhandel. Die Frage des Abends: Was sagt Gott dazu?

Josefs Brüder begehen ein Verbrechen

Das Verbrechen begehen in diesem Fall die Brüder Josefs, die ihn aus Neid in einen Brunnen werfen – mit der Absicht, ihn zu töten. Später wird er an Sklavenhändler verkauft. Dem verzweifelten Vater, der an diesem Abend von Jürgen Vötig gespielt wird, wird von den Brüdern erzählt, Josef sei verschwunden – nur sein blutiger Mantel sei gefunden worden.

 Sherlock Holmes (Volker Deiters) befragt Ruben (Bernd Ahrens) dazu, was passiert ist. Quelle: Oliver Knoblich

Sherlock Holmes ermittelt in der Kirche

An dieser Stelle klinkt sich ein echter Profi-Ermittler in das Geschehen ein. Sherlock Holmes, gespielt von Kirchenvorsteher Volker Deiters, übernimmt den Fall und befragt nach und nach alle Beteiligten. Immer mehr Indizien kommen ans Licht: Ruben, verkörpert von Bernd Ahrens, wurde genötigt, seinem Vater die Lüge um das Verschwinden seines Bruders aufzutischen. Die eigentliche Intrige wurde jedoch von Juda (Andreas Babel) gesponnen. Nach und nach wird das Verbrechen in der Theatervorführung im Altarraum aufgeklärt und Josef (Neil Robinson), inzwischen einer der reichsten Männer Ägyptens, vergibt seinen Brüdern, nachdem Juda Reue zeigt.

Juda (Andreas Babel) berichtet Sherlock Holmes (Volker Deiters), was er und seine Brüder mit Josef gemacht haben. Fast sieht es so aus, als würde er singen, Juda redet aber nur laut und arrogant. Quelle: Oliver Knoblich

Besucher werden zur Diskussion aufgefordert

Im Anschluss schlüsselt Pastorin Natascha Keding zusammen mit Barbara Gerhard, Martina Jastrau und Patricia Schömburg die Thematik um die Grundgefühle Rache, Reue und Vergebung weiter auf und erklärt, dass diese Konflikte niemandem fremd seien. Es folgt der wohl experimentellste Teil des Gottesdienstes, eine fünfminütige Diskussionsrunde, in der die Besucher die Möglichkeit haben, sich gegenseitig zu dem Thema auszutauschen. Daraufhin geht Keding auf Stimmenfang. Und einige der Menschen berichten freimütig, wie sie mit diesen Grundgefühlen umgehen. Aus allen Altersgruppen kommen Wortmeldungen.

Kulinarischer kriminologischer Abschluss

Am Ende sind sich alle einig: Der Krimigottesdienst ist rundum gelungen. Bei Bloody Mary, Kanonenkugeln und Giftsäcken findet der Abend im Kirchenfoyer einen gemütlichen kulinarischen Ausklang. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.

Von Stefanie Franke

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