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Winsen Debatte um Winser Gymnasium entbrannt
Celler Land Winsen Debatte um Winser Gymnasium entbrannt
16:27 07.09.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Karin Dröse
Winsen

Dieser Vorschlag kam unerwartet: CDU-Mann Hubertus Bühmann hat in dieser Woche mit der Idee, in Winsen ein Gymnasium zu bauen, für großes Aufsehen gesorgt. Die Frage, die sich jetzt viele stellen, lautet: Handelt es sich um ein Manöver, um CDU-Kandidat Florian Hemme im Bürgermeister-Wahlkampf zu unterstützen oder ist es ein ernst gemeinter Vorschlag der Christdemokraten?

"Mich hat der Vorschlag von Bühmann überrascht", sagte der SPD-Fraktionschef im Kreistag, Mathias Pauls. "Vor einem dreiviertel Jahr hat die ganze Phalanx der CDU lauthals verkündet, es gäbe keinen Platz für eine weitere Oberstufe, jetzt fordert sie gleich ein ganzes Gymnasium", stichelte Pauls mit Blick auf die Entscheidung der konservativen Kreistagsmehrheit, eine gymnasiale Oberstufe an der Celler Gesamtschule abzulehnen. Es handele sich um ein durchsichtiges Wahlkampf-Manöver der CDU, so Pauls. Die SPD fordere seit Jahren eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe auch in Winsen. "Wir werden der CDU im Kreistag deshalb Gelegenheit geben, ihre Ankündigung mit Taten zu beweisen und eine Gesamtschule für Winsen erneut zur Abstimmung stellen", kündigte Pauls an.

CDU-Fraktionschef Torsten Harms äußerte sich zurückhaltend. "Angesichts der Größe der Oberschule in Winsen und der Gymnasialschüler aus dem Westkreis sind die Schülerzahlen sicherlich vorhanden, um ein lebensfähiges Gymnasium zu etablieren", sagte er. Bei allen Überlegungen müssten aber auch die Verschiebungen an den vorhandenen Gymnasien geprüft werden. Die bestehenden Gymnasien dürften nicht gefährdet werden.

"Ein zusätzliches Gymnasium – wo auch immer – ist kurzfristig keine Lösung, denn es dauert einige Jahre, bis ein solches Gymnasium fertiggestellt wäre", schaltete sich Landrat Klaus Wiswe (CDU) in die Diskussion ein. Gleichwohl sei zu überlegen, ob nicht ein zusätzliches Gymnasium auf Dauer sinnvoller sei als Erweiterungen der bestehenden Häuser. "Der aktuelle Bedarf nach zusätzlichen Räumen rechtfertigt kein weiteres Gymnasium, denn ein Gymnasium sollte möglichst vierzügig sein und uns fehlen 'nur' Räume für zwei Züge. Aber wir können und wollen nicht nur den aktuellen Bedarf berücksichtigen, sondern werden auch eine Einschätzung der Folgejahre vornehmen müssen", so der Landrat. Ob ein weiteres Gymnasium sinnvoll sei, ohne dass existierende Gymnasien gefährdet sind, müsse dann überlegt werden, sagte Wiswe – und betonte: "Eine zusätzliche Gesamtschule ist derzeit nicht mehrheitsfähig."

Auch die kleinen Parteien äußerten sich zur plötzlich aufgeflammten Debatte um ein neues Gymnasium. Die FDP hält es für überlegenswert, ein Gymnasium im Westkreis zu installieren, wie Charles Sievers sagte. Vorher müsse allerdings geklärt werden, wie viele Schüler im Einzugsgebiet den erweiterten Realschulabschluss machen würden, der für die Oberstufe berechtige. Stimmen die Zahlen, könne er sich für Winsen das Lachendorfer Modell vorstellen, so Sievers. Das bedeutet: Eigenständiges Gymnasium neben eigenständiger Oberschule.

"Wir stehen solchen Überlegungen offen gegenüber, da wir damit die Infrastruktur auf dem Land stärken und das Leben dort für Familien mit Kindern deutlich attraktiver gestalten können", sagte AfD-Fraktionschef Jens-Christoph Brockmann. Ein zusätzliches Gymnasium sei eine realistische Option. "Da Winsen stetig wächst und zwei neue Wohngebiete in Planung sind, wäre der Ort ein geeigneter Standort", so Brockmann. Die AfD stehe für ein gegliedertes Schulsystem. Die Gesamtschule sei eine Einheitsschule, diese lehnt die Partei ab.

"Endlich, die Richtung stimmt", sagte Annegret Pfützner (Grüne) in einer spontanen Reaktion zum CDU-Vorstoß. Die Grünen hätten schon lange die Notwendigkeit eines Gymnasialstandortes im Westkreis thematisiert. Das Mittel der Wahl für Winsen sei aber eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

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