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Winsen Darum fordert die CDU ein Westkreis-Gymnasium
Celler Land Winsen Darum fordert die CDU ein Westkreis-Gymnasium
07:07 23.03.2019
Von Simon Ziegler
Winsen

Um die künftige Schulstruktur im Kreis Celle ist eine neue Debatte entbrannt. Die Winser CDU fordert ein Gymnasium im Westkreis. Vor der Winser Ratssitzung am kommenden Mittwoch (19 Uhr, Groodes Hus) hat die Fraktion einen Dringlichkeitsantrag gestellt, um das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung zu bekommen. Die Christdemokraten reagieren mit ihrem Vorstoß auf Überlegungen, wonach die IGS und das Hermann-Billung-Gymnasium in Celle eine gemeinsame Oberstufe einrichten könnten.

„Wir müssen jetzt alle gemeinsam im Rat eine Position beziehen und uns hinter das Westkreis-Gymnasium stellen“, sagt CDU-Fraktionschef Burkhard Hoppenstedt. Sollte es eine gemeinsame Oberstufe von HBG und IGS geben, „ist das Abi im Westkreis auf sehr lange Sicht tot“, begründet er die Dringlichkeit. Haken: Die Winser Politik hat in der Sache nicht viel zu melden. Die Entscheidung liegt beim Celler Kreistag.

Vorbilder Hermannsburg und Lachendorf

Die CDU argumentiert, dass die Gymnasien in Hermannsburg und Lachendorf beweisen würden, dass Einrichtungen in der Fläche leistungsfähig seien. „Die Bevölkerungszahlen sprechen dafür, endlich im Westkreis ein Gymnasium entstehen zu lassen“, führt Hoppenstedt aus. In Winsen, Hambühren und Wietze leben rund 32.000 Einwohner – Tendenz steigend. Das Einzugsgebiet sei nach Einwohnern größer als das der Gymnasien in Hermannsburg und Lachendorf. „Dem muss Rechnung getragen werden. Die Zeit ist reif. Ich werde meine Hand im Kreistag nicht für eine Erweiterung des gymnasialen Angebotes in Celle heben, wenn der Westkreis dafür weiter auf der Strecke bleibt“, erklärt Winsens CDU-Chef Hans-Günter Grunke. Neben den Einwohnerzahlen argumentiert die CDU mit den langen Fahrzeiten der Schüler nach Celle, etwa aus Meißendorf und Thören.

CDU legt sich nicht auf Standort fest

Ausdrücklich wollen sich die Winser Christdemokraten nicht auf einen Standort festlegen. „Ob das Gymnasium in Südwinsen oder in Oldau entsteht, ist Nebensache. Es geht uns nicht um den Standort, es geht uns um die Schüler“, heißt es in der Partei. Bis ein neues Gymnasium gebaut werde, könnten die ersten Schüler in der Zwischenzeit im ehemaligen Hauptschulgebäude in Hambühren einziehen, wird die CDU konkret.

Das Ziel eines Westkreis-Gymnasiums ist keineswegs neu. Erst im Winser Bürgermeister-Wahlkampf hatte CDU-Kandidat Florian Hemme gefordert, dass Schüler in Winsen Abitur machen können. Auch bei den Sozialdemokraten hat niemand etwas gegen eine Stärkung des Winser Schulstandortes, wenngleich bei der SPD die Überlegungen bisher eher dahingingen, aus der Oberschule eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu machen.

Oelmann unterstützt CDU

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann will den CDU-Vorstoß unterstützen. „Der Antrag ist für mich absolut nachvollziehbar. Ich werde in der Gemeinsam-für-Winsen-Gruppe dafür werben, ihn zu unterstützen. Der Westkreis ist nach der Stadt Celle das am stärksten besiedelte Gebiet im Landkreis. In den Westkreis gehört ein Gymnasium, vorzugsweise nach Winsen, da dieses von der dort vorhandenen Schulinfrastruktur wie Sportanlagen, Busbahnhof und Gebäuden profitieren würde und somit Kosten eingespart werden können“, sagt er. „Sollte das nicht realisierbar sein, könnte ich auch gut mit einer Gesamtschule inklusiver gymnasialer Oberstufe leben.“

AfD lehnt "Schulexperiment" ab

Auch aus ganz anderer Ecke kommt Zustimmung. „Die AfD-Fraktion im Winser Rat unterstützt den Antrag auf ein Gymnasium ausdrücklich“, sagt Fraktionschefin Susanne Rotermund. Die geplante Fusion zweier unterschiedlicher Schulsysteme in Celle sei ein Experiment auf Kosten der Schüler. „Ein Gymnasium würde nicht nur überfüllte Schülerbusse entlasten und die Fahrzeiten reduzieren, sondern auch der steigenden Einwohnerzahl im Westkreis Rechnung tragen“, so Rotermund.

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