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Winsen Dorfschmiede entwickelt sich zu modernem Handwerksbetrieb
Celler Land Winsen Dorfschmiede entwickelt sich zu modernem Handwerksbetrieb
14:40 13.06.2010
Jörg Kneisel steht vor seinem Unternehmen im Winsener Gewerbegebiet Quelle: Udo Genth
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Winsen (Aller)

Die Firmeninhaber hatten das Angebot stets zeitgemäß angepasst. So wurden in den 1930er Jahren sogar Motor- und Fahrräder angeboten. Zwei Jahrzehnte später umfasste die Angebotspalette den Heizungs-, Sanitär- und Anlagenbau. Ab 1952 gehörten keine Motorräder mehr zum Sortiment, der Fahrradverkauf einschließlich Reparatur wurde jedoch weitergeführt und ein Gasvertrieb hinzugenommen. Bis zur fünften Generation führte Heinrich Bösche die Firma. Als er starb, übernahm 1999 der Gas- und Wasser-Installationsmeister Jörg Kneisel aus Celle das Unternehmen. Er hatte damit den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Wieder gab es einige Anpassungen durch die technische Entwicklung. Heute umfasst das Betätigungsfeld des Unternehmens den Heizungsbau, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen sowie alles rund um das Bad. „Wir können gemeinsam mit Partnern eine Badsanierung aus einer Hand anbieten“, erläutert Firmeninhaber Jörg Kneisel. Der Vorteil liege dabei eindeutig in der Tatsache, dass Kunden lediglich einen Ansprechpartner haben und sich nicht mit mehreren Handwerkern auseinandersetzen müssen.

Ein weiteres Standbein der Firma Bösche bildet das Gas. Da ist zum einen der Vertrieb von Flüssiggas, hinzu kommt die fachliche Abnahme der Gasanlagen in Campingwagen und Wohnmobilen. „Wir vergeben dann G 607“, sagt der Inhaber. Das ist so etwas wie die Plakette, die ein Auto nach bestandener Hauptuntersuchung bekommt. Natürlich hat Bösche zudem ein umfangreiches Gasflaschenlager, in dem Flaschen von fünf bis 33 Kilogramm bereitgehalten werden. Es geht aber noch größer, denn die Firma Bösche installiert Gastanks mit Fassungsvermögen von 500 bis zu 4000 Litern. Die sind beispielsweise bei Wochenendhäusern besonders gefragt.

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Reparaturen jeglicher Art im Bereich Wasser und Gas bilden nach wie vor ein zentrales Aufgabenfeld der Firma Bösche. Insgesamt sind hier – neben dem Firmeninhaber – drei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Zwei von ihnen waren schon in der alten Firma Bösche angestellt, als sie noch an ihrem angestammten Sitz in der Kirchstraße 8 war. Inzwischen hat die Ausweitung des Angebots einen Umzug in das Winsener Industriegebiet notwendig gemacht. Aber aus den Augen ist die Firma damit keineswegs geraten, und das ist sogar wörtlich zu nehmen. Wer von der Autobahn nach Winsen hinein fährt, sieht am Ortsrand an einer Giebelwand den Firmennamen in großen Lettern. „Bösche“ steht da und verweist auf ein modernes Fachunternehmen, das eine 166-jährige Tradition weiterführt.

Von Udo Genth