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Winsen Viele Fragen offen in Winser Chemie-Fall
Celler Land Winsen Viele Fragen offen in Winser Chemie-Fall
16:12 23.08.2019
Von Simon Ziegler
Im Mai waren eine Wohnung und ein Keller an der Rostocker Straße durchsucht worden. Quelle: Kirsten Glatzer
Winsen

WINSEN. Gut drei Monate ist es her, dass die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in Winsen Chemikalien gefunden hat. In dem Fall sind noch viele Fragen offen. Das Ermittlungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen gestern auf Nachfrage der Celleschen Zeitung. „Das Ergebnis des in Auftrag gegebenen Gutachtens zur qualitativen Analyse der zahlreichen Chemikalien und Stoffe steht noch aus“, sagte er weiter. Nach CZ-Informationen ist zumindest ein Teil der Chemikalien inzwischen ausgewertet. Es soll sich unter anderem um Buttersäure und Ammoniaksäure handeln.

Verdächtiger äußert sich nicht

Der 20-jährige Wohnungsinhaber habe sich zur Sache nicht geäußert. „Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Diebstahls in einem besonders schweren Fall sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Letztere Ermittlungen gehen zurück auf ein bei der Durchsuchung ebenfalls aufgefundenes Waffenteil sowie vorgefundene Munition, für die der Beschuldigte nach den Ermittlungen offenbar keine Erlaubnis besaß“, führte Janßen aus. Auch die Motivlage des Mannes ist unklar. Was er mit den Chemikalien machen wollte, ist nicht bekannt.

Beschuldigtem droht Haftstrafe

Im Fall einer Verurteilung droht dem Beschuldigten bei Anwendung des allgemeinen Strafrechts eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren. „Bei Anwendung von Jugendrecht kann das Gericht Weisungen oder Auflagen erteilen, auf Arrest erkennen oder sogar Jugendstrafe verhängen“, so der Oberstaatsanwalt gegenüber der CZ.

Einbruch in Oberschule

Im Mai war zunächst in die Winser Oberschule am Meißendorfer Kirchweg eingebrochen worden. Die Täter verschafften sich damals über ein Fenster gewaltsam Zutritt zu den Vorbereitungsräumen des Chemiebereichs im Erdgeschoss. Dort brachen sie mehrere Schränke auf und entwendeten die Chemikalien. Wenige Tage später durchsuchte die Polizei dann das Mehrfamilienhaus an der Rostocker Straße. Dabei fanden die Beamten in einer Wohnung und dem dazugehörigen Keller mehrere unbekannte Chemikalien, die in unsachgemäßen Behältern gelagert wurden, hieß es damals. „Ob sich unter den von der Polizei aufgefundenen Chemikalien auch welche befinden, die bei dem Einbruch in die Oberschule entwendet wurden, ist ebenfalls noch Gegenstand der Ermittlungen“, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit.

Beim Einsatz im Mai rückten Polizei und Feuerwehr gemeinsam aus. Da nicht feststand, um welche Chemikalien es sich handelt, waren die Bewohner des Hauses sicherheitshalber evakuiert worden.

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