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Winsen Obdachloser in Winsen aufgegabelt
Celler Land Winsen Obdachloser in Winsen aufgegabelt
16:17 25.01.2019
Von Simon Ziegler
Winsen

Damit hatte Peter Wanjura nicht gerechnet: Zahlreiche Bürger haben ihre Hilfe angeboten, fremde Menschen bringen Kleider vorbei, wollen spenden. Auch Pastor Mirco Kühne hat sich eingeschaltet. Sie alle wollen Marcel T. helfen, einem obdachlosen Mann, den der Winser Peter Wanjura auf der Straße aufgegabelt hat.

"Es war ein Bauchgefühl"

Am Mittwoch fuhr der 45-Jährige von Hambühren nach Winsen, als ihm am Straßenrand in der Eiseskälte ein Mann mit seinem Hund auffiel. „Er sah hilfsbedürftig aus. Es war ein Bauchgefühl“, sagt Peter Wanjura. Er wartete am Edeka in Südwinsen auf den Unbekannten und sprach ihn an. „Ich habe ihm ein Gespräch aufgezwungen. Und ich habe ihn gefragt, ob er einen Kaffee möchte.“

Fremden mit nach Hause genommen

Er nahm den Fremden schließlich mit zu sich nach Hause. Die beiden Männer unterhielten sich. Marcel T. erzählte, dass er 35 Jahre alt sei und aus Cloppenburg komme. Er sei seit drei Monaten auf der Straße, er sei aus Cloppenburg weggegangen, weil er ein neues Leben anfangen wolle. Peter Wanjura erfuhr, dass Marcel und seine Frau sich getrennt hätten und dass der Mann zwei kleine Kinder habe. Da er in Obdachlosenunterkünften mit seinem Hund nicht aufgenommen würde, sei er schließlich auf der Straße gelandet.

Post in Winser Facebook-Gruppe

Aus einer Laune heraus fragte Peter Wanjura in der Winser Facebook-Gruppe, ob noch jemand helfen wolle. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der Gemeinde. Bis gestern Mittag waren fast 100 Kommentare eingegangen. Und die Winser halfen wirklich: Einer will ein Fahrrad spenden, ein anderer Futter für den Hund vorbeibringen. Marcel T. soll auch ein gebrauchtes Handy bekommen. Sogar ein Spendenkonto wird eingerichtet. Inzwischen haben zudem Gespräche mit der Sozialabteilung im Rathaus stattgefunden.

Marcel T. will in der Region bleiben

Marcel T. ist inzwischen bei Wanjuras Mutter untergekommen, weil dort mehr Platz ist. Möglicherweise geht es jetzt weiter nach Hambühren, da auch dort jemand seine Hilfe angeboten hat. „Ich bin sprachlos, dass es ein solches Interesse gibt. Unsere Gemeinde ist herzensgut“, sagt Wanjura. Marcel habe inzwischen angekündigt, dass er erstmal hierbleiben wolle.

Peter Wanjura, der die Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten hat, erklärt sich die große Anteilnahme damit, dass es möglicherweise vielen Menschen einfacher fällt zu helfen, wenn einer den Anfang gemacht hat. Für die meisten ist ihr Beitrag keine große Sache – für Marcel T. dagegen schon: Er hat in diesen eiskalten Tagen ein Dach über dem Kopf.

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