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Winsen Zu kalt: Kühe bleiben jetzt im Stall
Celler Land Winsen Zu kalt: Kühe bleiben jetzt im Stall
16:29 01.02.2019
Das Ehepaar Christa und Lothar Stock und Bernd Böse (rechts) beim zweiten Frühstück im Stehcafe an der Meißendorfer Hauptstraße. Quelle: Kirsten Pröve-May
Meißendorf

Es ist kalt. Bis auf ein paar Spaziergänger mit ihrem Hund sieht man morgens um halb zehn niemanden auf Meißendorfs Straßen. Und auch auf dem Campingpark Hüttensee ist kein einziger Urlauber zu entdecken. Wo im Sommer kaum ein Stückchen Rasenfläche frei ist, herrscht idyllische Ruhe. Auch das Restaurant „Seehütte“ und der Campingplatz-Kiosk sind noch im Winterschlaf. Nur im Vermietungsbüro herrscht regsame Betriebsamkeit. Hier werden die Buchungen für die nächste Saison bearbeitet und nicht nur dort wartet man auf das kommende Frühjahr.

Verletzungsgefahr auf gefrorenem Boden

Auch im Kuhstall der Familie Stöckmann hofft man auf andere Temperaturen. „Kühe brauchen plus acht Grad Celsius“, dann kommen sie wieder raus,“ erläutert Bauer Heiner Stöckmann. Die Verletzungsgefahr auf den gefrorenen Böden ist einfach zu groß. Familie Stöckmann „beherbergt“ 40 Milchkühe. Zweimal am Tag wird gemolken, doch durch den niedrigen Milchpreis ist nur mit Milchviehhaltung keine Familie mehr zu ernähren.

Hirten brachten früher die Rinder

Konnten früher drei Generationen davon leben, macht heute ein Großteil des Einkommens der Ackerbau aus. Zuckerrüben, Mais für Biogasanlagen, Getreide wie Brau- und Futtergerste werden angebaut und vermarktet. „Der Hof von 1882 war früher eine sogenannte Hirtenstelle“, erzählt Elke Stöckmann. Jeder Bauer aus dem Dorf brachte seine zwei bis drei Kühe zu dieser „Stelle“ und ein Hirte brachte alle Kühe zusammen auf eine saftige Weide und hütete sie. Heute ist der Hof ein Ausbildungsbetrieb, in dem im Sommer ein neuer Auszubildender seine Lehre beginnt.

Frühstück im Stehcafe

Weiter geht es zum einzigen „Versorgungsbetrieb“ in Meißendorf. Hier werden die Kunden mit leckeren Brötchen oder einem Frühstück vor Ort verwöhnt. Frisch gebackener Fleischkäse wandert auf ein Brötchen und wird von einem Kunden, der gerade von seiner Schicht am Flughafen Langenhagen kommt, genüsslich verspeist.

Köstliche Torten im Herrenhaus von Gut Sunder

Speisen und Getränke auch im Herrenhaus Gut Sunder. Dort beginnt für sieben Mitarbeiter der Allertalwerkstatt die Arbeit. Hier werden köstliche Torten gezaubert, die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Heute Nachmittag erwartet man eine größere Gruppe. Die Plattdeutsch-Snacker treffen sich wöchentlich ab 14 Uhr zu einer fröhlichen Plauderrunde und natürlich zu Kaffee und Kuchen.

Städter spannen aus und lassen Seele baumeln

Aber auch für die Hotelzimmer sind die Mitarbeiter zuständig. Die 13 Zimmer, 6 Doppel- und 7 Einzelzimmer, wollen gepflegt werden. Eben verlässt das Ehepaar Netzel mit Hund Theo das Hotel. Die drei sind für eine Nacht aus Hannover hierher gekommen, um einfach einmal auszuspannen. „Deutschland ist so schön, wir sind jetzt eine Stunde gefahren und mitten in der Einsamkeit gelandet,“ schwärmt der Tourist und verspricht, bald wiederzukommen. Es bedarf keiner drei Wochen Wellnessurlaub. Ausspannen und die Seele baumeln lassen, das erreicht man sofort, wenn man das altehrwürdige Herrenhaus betritt. Es ist liebevoll dekoriert und ist einfach nur eines: ein Ruhepol in dieser hektischen Zeit.

Das ganze Dorf ein Ruhepol

Und so ist eigentlich das gesamte Dorf ein Ruhepol. Natürlich gibt es hier keine Disko und keinen Supermarkt. Aber das braucht es auch nicht. Um sich zu sehen und zu treffen, gibt es zahlreiche Feste, zum Beispiel der Schützen oder der Dorfgemeinschaft, die natürlich schon jetzt mit den Planungen für das nächste Heideblütenfest im August beschäftigt sind. Ansonsten ist man hier genau richtig, um den Kreislauf der Natur zu erleben. Vor allem gibt es hier eines: nämlich reichlich Fläche.

Von Kirsten Pröve-May

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