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Winsen Hoppenstedt überschüttet Verwaltung mit Anträgen
Celler Land Winsen Hoppenstedt überschüttet Verwaltung mit Anträgen
16:57 08.07.2011
Von Simon Ziegler
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Winsen (Aller)

40 schriftliche Anfragen hatte er zuvor an die Winser Gemeindeverwaltung geschrieben: Zum Beispiel zu Campingplätzen, Mietverträgen der Gemeinde mit Investor Jürgen Lindhorst und zu dessen Gewerbegebiet Schmalhorn. Es folgt ein wenig erhellendes Frage-Antwort-Spiel. Der Rat zeigt kein Verständnis für den Alleingang des Wallers.

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Am Dienstag im Verwaltungsausschuss, bei dem die Öffentlichkeit immer draußen bleiben muss, wird von einer regelrecht aggressiven Stimmung berichtet. Im Mittelpunkt: Hoppenstedt. So auch am Donnerstag im Bauausschuss, wo der frühere FDP-Mann Politik, Verwaltung und Gutachter erklärt, wie sich die Lage in Walle wirklich darstellt.

Hat da einer seine Niederlage bei der Bürgermeisterwahl nicht verkraftet? Zur Erinnerung: Gerade mal 74 Stimmen trennten Hoppenstedt Ende Februar vom Einzug ins Winser Rathaus. Er selbst sieht das nicht so. "Ich bin ein Wettkämpfer und ein fairer Verlierer. Da ist kein Nachgeschmack", sagte er gestern der CZ.

Das sehen in Winsen längst nicht alle so. Viele Leute in der Gemeinde, auch in den Parteien, hätten das Gefühl, dass Hoppenstedt mit seiner knappen Niederlage gegen ihn nicht klarkomme, meint Bürgermeister Dirk Oelmann (SPD). Hoppenstedt nutze jede Gelegenheit als Wahlkampfauftritt, auch den Gemeinderat, kritisiert der Sozialdemokrat. Und: "Er scheut sich auch nicht davor, Daten, die dem Datenschutz unterliegen, weiterzutragen." Die Bearbeitung des Hoppenstedtschen Fragenkatalogs habe die Verwaltung laut Oelmann "deutlich über 1000 Euro" gekostet.

Hoppenstedt sieht die Dinge naturgemäß ganz anders. Er habe Informationen an die Öffentlichkeit bringen wollen. Dass er sich im Winser Rat zunehmend isoliert, ficht ihn nicht an. "Ich mache keine Politik, damit man mich gerne hat." Im Rat sprang dem Waller am Mittwoch nur Julius H. Krizsan zur Seite. "Halten Sie es nicht für das demokratische Recht eines Abgeordneten, die Fragen zu stellen, die er möchte", warf der Grüne in die Runde.