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Winsen Wo Kunst bei der Integration hilft
Celler Land Winsen Wo Kunst bei der Integration hilft
17:10 14.04.2019
 Sängerin Hevi Yusef und Gitarrist Wolfgang Decker traten im Duett auf. 
Winsen

Vater Kazim Yazgan zupft seinem Sohn Viyan den Kragen des weißen Hemdes unter der Jacke zurecht. Gleich wird der Zehnjährige mit den anderen Kindern und den Erwachsenen der Musikgruppe Gelewêj (zu Deutsch: Morgenstern) musizieren, denn seit etwa drei Monaten lernt Viyan Saz spielen. Saz ist eine Langhalslaute, mit der überwiegend traditionelle Musikstücke gespielt werden. Die Gruppe Gelewêj ist eine Initiative migrierter Musiker aus Celle sowie deutscher Musiker, die unter Leitung des Kunstvolontärs im Atelier 22, Adnan Horo, und der Sängerin Hevi Yussef Musik aus verschiedenen Kulturen spielt. Beim Kulturfest zum Abschluss des ersten Interkulturellen Festivals im Grooden Hus in Winsen präsentieren die verschiedenen Workshops die Arbeiten, die in der vergangenen Woche entstanden sind.

Bürgermeister ist beeindruckt

Immerhin sind die Gruppen in den Bereichen Musik, Malerei und kreatives Gestalten eingerichtet worden und haben während der vergangenen Tage gemeinsam zu unterschiedlichen Aufgaben gearbeitet. „Ich bin geflasht“, lobt Bürgermeister Dirk Oelmann die Ergebnisse der Arbeiten: „Ich bin positiv berührt und beeindruckt von dem, was in dieser Woche hier passiert ist.“

Die Geschwister Elei und Emiliy haben ihre selbstgebastelten Werke präsentiert.  Quelle: Lothar H. Bluhm

Ohne Vorbehalte gemeinsam arbeiten

Portraitzeichnungen hängen, an Wäscheleinen geklammert, unter der Decke des historischen Fachwerkhauses. Eine etliche Meter lange Papierrolle geht mit Zeichnungen und Collagen auf das Thema Hand in Hand ein und verdeutlicht, dass Kinder ohne Vorbehalte miteinander arbeiten können. Aus Hand- und Fingerabdrücken werden farbige Tiere und Fabelwesen. In den kleinen Fensternischen stehen zu Mini-Objekten bearbeitete Äste.

Sich nicht nur mit Worten austauschen

Hier funktioniert Integration über die Kunst. "Wir müssen uns nicht nur mit Worten austauschen – es geht auch anders", stellt Oelmann fest und zeigt auf die Vielzahl der künstlerisch gestalteten Resultate gemeinsamen Wirkens. Kinder und Erwachsene haben gemeinsam durch das Pusten von Farbkugeln großformatige Abstraktionen mit dem Titel Wege geschaffen. "Wohin-Woher-Warum? Wege entstehen, Wege kreuzen sich, gehen auseinander und kommen woanders wieder aufeinander zu", so werden die beiden Werke beschrieben, die künftig im Rathaus der Gemeinde hängen werden.

Sich mit eigenen Fähigkeiten einbringen

Wie die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) in ihrem Grußwort feststellte, haben alle Menschen, egal welcher Herkunft, etwas zu geben, und jeder sollte sich den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Kultur entsprechend einbringen. So entwickle sich eine gemeinsame Kultur. „Unsere Heimat ist immer von ganz vielen verschiedenen Kulturen geprägt worden.“

Der Iraker Khalil Ibarhim Alias gab ein Solokonzert mit seiner Saz.  Quelle: Lothar H. Bluhm

Deutschland ist vielfältig geprägt

Der Integrationsbeauftragte der Stadt Braunschweig, Blaise Pokos, verdeutlichte in seinem Referat „Leben teilen in der Migrationsgesellschaft“, dass die menschliche Identität vielseitig ist. Immer wieder gebe es Überschneidungen und multidimensionale Positionierungen. Es sei nicht mit einem einfachen Entweder-Oder getan. Vielmehr sei Deutschland vielfältig geprägt: „Das ist eine Bereicherung.“

Integrationsbeauftragte zufrieden

Für die Geschwister Elei (9) und Emiliy (8) war die Woche ebenfalls erfolgreich, denn sie gestalteten aus Ästen kleine Zauberstäbe. Mit einem Saz-Solokonzert rundete der Iraker Khalil Ibrahim Alias das Kulturfest ab und der zehnjährige Ali Gutknecht spielte auf dem Flügel des Museumshofes einen lyrischen Walzer von Tofig Guliyev, die Komposition "Sneaky Business" von Martha Mier und den Malagueña des deutschen Komponisten Hans-Günter Hermann. Die Winser Integrationsbeauftragte Karina-Könül Ibrahimova konnte zufrieden sein.

Von Lothar H. Bluhm

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