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Winsen Internationales Flößer-Treffen sich in Winsen
Celler Land Winsen Internationales Flößer-Treffen sich in Winsen
19:22 10.07.2011
Heiko Heisterberg (links) und Heiner Hentschel schmiedeten Spitzen für die Holzstaken. - Quelle: Lothar H. Bluhm
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Winsen (Aller)

Die Schwarzwälder Flößer Ewald Fritsch und Thomas Kipp keilten die drei bis vier Meter langen Nussbaum-Triebe fest und drehten sie mit kräftigen Rotationen flexibel. „Damit wurden früher die Flöße zusammen gebunden“, erinnerte Arbeitskreissprecher Heiner Hentschel an das traditionelle Handwerk.

In der heißen Esse der Schmiede nebenan wurden die Spitzen für die Staken glühend, bevor sie von Heiko Heisterberg auf dem Amboss in Form gebracht wurden.

In ihren schwarzen Hosen und Westen, den weißen Hemden mit den roten Halstüchern und den riesigen Hüten machten die Winser schon Eindruck auf die rund 50 Flößer aus Finnland, Tschechien, Slowenien, Österreich, Spanien, Frankreich und Deutschland: Hans-Walter Keweloh aus Bremerhaven, stellvertretender Vorsitzender der internationalen Flößervereinigung, betonte, dass seit 1985 die Flößerei auch wissenschaftlich erforscht wird. In einer Publikation stellt die International Timber-Raftsmen Association ihre Erkenntnisse über die Flößerei zusammen und deutsche Flößer steuern einen etwa 50-seitigen Beitrag bei.

Die Internationale Flößervereinigung besteht aus Flößervereinen aus Gebieten, in denen die historischen Berufe, die die Holzarbeit, den Holztransport und den Transport auf Wasser betreffen, vertreten waren. Ein Ziel sei die Suche nach historischen Dokumenten und Zeugnissen über den Holztransport auf Wasserwegen, was auf allen großen Flüssen der Welt bis zum Anfang der modernen Industriegesellschaft verbreitet war. „Ein weiteres Ziel der Internationalen Flößervereinigung besteht auch darin, die Gewässer und die aus Flüssen, Seen und Wäldern bestehenden Ökogebiete aufrecht zu erhalten“, sagte Keweloh. In der Generalversammlung, die am Wochenende in Bremerhaven stattfand, wurde auch festgelegt, dass Nachwuchsarbeit stärker intensiviert werden sollte. So sei beabsichtigt, im nächsten Jahr über ein Jugendcamp zu entscheiden. Das Treffen mit den Winser Flößern war für beide Seiten eine Bereicherung.

Von Lothar H. Bluhm