Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Winsen „Dann brauch’ ich vier Tage nicht zu kochen“
Celler Land Winsen „Dann brauch’ ich vier Tage nicht zu kochen“
08:23 11.06.2019
"Suppenmann" Hans-Dieter Kremling (rechts) bedankt sich mit einem Präsentkorb bei seinem Stammkunden Gerhard Sturm für die jahrelange Treue. Quelle: Kirsten Glatzer
Winsen

Adolf Spohr aus Oldau war es, der im Landkreis Celle Pionierarbeit in Sachen Suppenküche leistete. So erfolgreich, dass er bald einen Kompagnon suchte. Das war Hans-Dieter Kremling. Der gelernte Koch und Konditor hatte fast 20 Jahre bei der britischen Rheinarmee gekocht. Nachdem die abgezogen wurde, galt es, sich neu zu orientieren.

Sprung in Selbstständigkeit

Kremling stellte schnell fest, dass die Sache mit der Suppenküche genau sein Ding war. Am 1. Juni 1994 wagte er mit einer eigenen Gulaschkanone, einer sogenannten mobilen Feldküche, Baujahr 1993, den Sprung in die Selbstständigkeit. Anfangs war er damit an vier Tagen unterwegs – von Mittwoch bis Samstag. „Ich war immer im Einsatz, habe ja auch noch einen Partyservice. Montags einkaufen, dienstags vorbereiten und kochen, mittwochs bis samstags unterwegs, sonntags waren meist noch Veranstaltungen oder Essen.“ Irgendwann gab er dem sanften Druck seiner Familie nach, reduzierte sein Arbeitspensum ein wenig und hat seither samstags frei. Die drei Anlaufstellen in Celle, Nienhagen und Winsen werden aber weiterhin zuverlässig beliefert. In Winsen gab es in den vergangenen 25 Jahren keinen Freitag – außer er fiel auf einen Feiertag –, an dem die Suppenküche kalt geblieben wäre. Verkauft wird die Suppe auf dem Parkplatz eines Getränkemarktes an der Meißendorfer Straße.

„Mir schmeckt alles, was es hier gibt“

Der 78-jährige Winser Gerhard Sturm ist einer der treuesten Kunden, er versorgt sich schon seit den Anfängen mit der leckeren Hausmannskost. Hat er eine Lieblingssuppe oder gibt es womöglich sogar einen Eintopf, den er so gar nicht mag? „Mir schmeckt alles, was es hier gibt“, versichert Sturm. „Freitag und Sonnabend ess‘ ich den Eintopf, Sonntag und Montag gibt’s Hochzeitssuppe. Dann brauch ich vier Tage nicht zu kochen“, sagt er und lacht verschmitzt. Jedenfalls ist ihm auch nach einem Vierteljahrhundert noch nicht der Appetit auf die Suppen und Eintöpfe vergangen.

Basis bildet kräftige Brühe

Bei deren Herstellung lässt der Koch auch allergrößte Sorgfalt walten. Die Basis seiner Speisen bildet eine kräftige Brühe aus Suppenknochen, die er vom Metzger seines Vertrauens bezieht. „Es werden nur hochwertige Zutaten verwendet, zum Teil in Bio-Qualität“, erklärt Kremling. „Außerdem gehe ich behutsam mit Salz und Zucker um, aber Geschmacksverstärker werden trotzdem nicht gebraucht.“

Pfand auf Kunststoffeimer

Nachhaltigkeit war übrigens auch schon immer ein Thema in Kremlings Suppenküche. Von Anfang an gab es bei ihm Kunststoffeimer in zwei Größen, auf die Pfand gezahlt wird und die immer wieder neu befüllt werden. „Ich habe einen Eimer, der bestimmt schon 15 Jahre alt ist, und der ist immer noch im Einsatz“, freut sich Gerhard Sturm. Und noch viel mehr freute er sich über den Präsentkorb, den ihm „sein Suppenmann“ am Freitag für die langjährige Treue überreichte.

Von Kirsten Glatzer

Die Besucher wollten es genau wissen. Etwa warum es bei den Zahnrädern in der Winser Bockwindmühle die Kombination aus Holz- und Metallzähnen gibt.

10.06.2019

Autofahrer in Wolthausen müssen noch lange mit Verkehrsbehinderungen leben. Die neue Örtzebrücke soll im Jahr 2024 fertig sein.

Simon Ziegler 08.06.2019

Am morgigen Freitag wird die Vollsperrung der L180 bei Winsen aufgehoben. Die Arbeiten sind aber noch nicht beendet.

Simon Ziegler 06.06.2019