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Winsen Köhler wechselt die Seiten
Celler Land Winsen Köhler wechselt die Seiten
15:57 22.08.2018
Wilhelm Claus Köhler schließt sich der Gruppe "Gemeinsam für Winsen" an. Quelle: Simon Ziegler
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Winsen

Nach dem CDU-Streit in Hambühren kracht es auch bei den Christdemokraten im Nachbarort Winsen: Der stellvertretende Winser Parteichef und Ratsherr Wilhelm Claus Köhler hat seinen Parteiaustritt erklärt. Grund sei der Umgang mit ihm im Zusammenhang mit der Bürgermeister-Kandidatur seines parteiinternen Kontrahenten Florian Hemme. "Man hat mich regelrecht hingehalten", sagte Köhler in einem Pressegespräch.

Auslöser seines Schritts waren jetzt Äußerungen der Parteispitze und ein Treffen mit dem Celler CDU-Kreisvorsitzenden Henning Otte. Der CDU-Chef hatte gegenüber der CZ erklärt, dass sich der Kreisvorstand mit der Kandidaten-Frage in Winsen nicht befasst und auch keine Empfehlung abgegeben habe. Auch im persönlichen Gespräch habe Otte auf diesem Standpunkt beharrt, sagte Köhler und erklärt: "Ich hatte den Eindruck, dass er die Unwahrheit sagt."

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Nach Köhlers Schilderung sei er ein halbes Jahr lang im Glauben gelassen worden, dass die Winser CDU ihn als Bürgermeister-Kandidaten aufstellen werde. Er habe im Sommer 2017 gegenüber dem dortigen CDU-Vorstand und der Fraktion erklärt, dass er antreten will. Es habe klare Signale von Vorstandsmitgliedern gegeben, "dass sie gut mit mir leben können", sagte der Meißendorfer Ortsbürgermeister. Erst in einer Vorstandssitzung am 10. Januar 2018 sei dann – für ihn völlig überraschend – Hemme als weiterer Kandidat präsentiert worden. Der Winser CDU-Vorsitzende Christian Peters soll dabei laut Köhler gesagt haben, dass es eine Empfehlung des Kreisvorstandes gebe, Hemme aufzustellen. Hintergrund sei Köhlers Vergangenheit bei den Republikanern.

Köhler wirft Otte und Peters "schlechten Stil" vor. "Ich hätte erwartet, dass man mit mir vorher ein Gespräch führt. Ich bin stellvertretender Vorsitzender, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Ortsbürgermeister und habe die meisten Stimmen geholt. So darf man mit einem Mandatsträger nicht umgehen. Das ist charakterlos", sagte er.

Der Winser CDU hält er zudem eine "Anti-Politik" vor. Anträge des politischen Gegners würden prinzipiell infrage gestellt, so der 57-Jährige. Er kündigte an, sich der Gruppe "Gemeinsam für Winsen" (GfW) anzuschließen, zu der SPD, Grüne sowie die Fraktion "Christlich-Demokratisch für Winsen" gehören. Von der GfW-Gruppe wurde die anstehende Aufnahme Köhlers bestätigt.

Dieser Schritt verändert die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat entscheidend. Bislang gab es dort ein Patt. Mit dem Seitenwechsel von Köhler hat Bürgermeister Dirk Oelmann ab sofort eine Mehrheit von 16 zu 14 im Rat. Anders gesagt: CDU-Kandidat Hemme hätte im Fall seiner Wahl am 21. Oktober eine Ratsmehrheit gegen sich.

Von Simon Ziegler