Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Winsen Bremer Salonorchester begeistert zum Auftakt
Celler Land Winsen Bremer Salonorchester begeistert zum Auftakt
15:04 09.01.2019
Das Bremer Salonorchester in Winsen mit Tenor Titus Witt (Hamburger Kammeroper) Quelle: Doris Hennies
Winsen

Eine galante Verführung zu einem mediterranen Lebensgefühl war angekündigt worden. Und damit hatte das Bremer Salonorchester nicht zu viel versprochen. Schon die geschickte Auswahl des Programms voller schwungvoll-unterhaltsamer Melodien, gepaart mit überzeugendem Können der sechs Musiker und eingängigen, harmonischen Arrangements: Alles in allem ergab das ein mehr als vergnügliches Neujahrskonzert und einen sehr geglückten Auftakt in das musikalische Jahresprogramm auf dem Museumshof Winsen.

Musikalische Reise in südliche Gefilde

Dat groode Hus war vollbesetzt mit erwartungsvollen Musikliebhabern, die der Einladung des Winser Heimatvereins gefolgt waren. Bevor die Musiker am Sonntag loslegen konnten, gab es zwei kurze Ansprachen vom neuen Vorsitzenden Ralf Kühl und Bürgermeister Dirk Oelmann. Dann nahm das Bremer Salonorchester für seine musikalische Reise in südliche Gefilde ordentlich Fahrt auf – für eine „griechisch-französische Symbiose“, wie Pianist und Moderator Hans-Jürgen Osmers es nannte: Die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Schmissiger als mit dem berühmten Cancan konnte ein Start nicht gelingen. Und weil man so gut schon in Fahrt war, setzte das Orchester mit verträumtem Walzerklang aus „Hoffmanns Erzählungen“ gleich hinterher.

Ein feuriger „Spanischer Zigeunertanz“

Das Thema des „Schwans“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns glitt majestätisch-melancholisch dahin – auf der Melodienführung des Cellos (Michael Dennog), unterstützt vom Piano, pointiert von Geige (Birgit Dennog) und Klarinette (Stefan Oefler) – klangmalerisch ausklingend bis zu den nachziehenden Wasser-Verwirbelungen. Dann Sturm nach der Ruhe: Das Vorspiel zur Oper „Carmen“. Mit Einmarsch und Kampfansage war man in Spanien angekommen, um mit Émile Waldteufels Version von „Espana“ in einen mitreißenden Wiener-Walzer-Takt einzuschwenken. Damit geriet auch das Publikum in Bewegung -und blieb dabei, als das Orchester noch eine musikalische Schippe mit einer Prise Orient drauflegte: Der feurige „Spanische Zigeunertanz“ aus der Feder von Pascual Marquina nahm nicht nur den Zuhörern den Atem. Osmers quittierte das launig: „Wenn man schnell spielt, dauern die Stücke weniger lang“.

„Berliner Luft“ als erste Zugabe

Ein weiteres Highlight setzte Gasttenor Titus Witt von der Hamburger Kammeroper mit einer schmissigen Version von „Granada“. In der „Figaro“-Arie aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ bewies der Sänger außerdem sein darstellerisches Talent und spätestens mit „Oh wie so trügerisch …“ aus Verdis „Rigoletto“ hatte er die Herzen der Zuschauer erobert. Zur Erholung und Vorfreude auf den zweiten Teil lockte in der Pause ein, vom Veranstalter spendiertes, Gläschen Sekt. Von träumerischer Romantik bis zum rassanten Galopp setzte das Bremer Salonorchester die mediterrane Reise fort – vom Walzertakt zu Rumba und Tango. Gesangliche Unterstützung bekam der Tenor schließlich von den restlos begeisterten Zuhörern bei „Funiculì Funiculà“, den „Caprifischern“ und dem süffigen „Chiantiwein“ (von dem Berliner Gerhard Winkler komponiert – der bis dato nie in Italien gewesen war). Vielleicht zum Dank für dessen inspirierende musikalische Vision von Land und Leuten hatten die Musiker schließlich die „Berliner Luft“ als erste Zugabe gewählt. Das Publikum wollte das Orchester kaum von der Bühne lassen.

Von Doris Hennies

Platz 1 in Niedersachsen, Platz 5 in Deutschland, Platz 8 in Europa. Läuft für den Campingpark Südheide in Winsen.

Simon Ziegler 08.01.2019

Seine berufliche Zukunft liegt im Kreis Rotenburg: Florian Hemme, bei der Bürgermeisterwahl unterlegener CDU-Kandidat, verlässt die Gemeinde Winsen.

Simon Ziegler 08.01.2019

Der Winser Bürgerbus bleibt eine Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Jahr wurde ein Fahrgast-Rekord aufgestellt.

Simon Ziegler 04.01.2019