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Winsen Kleine Sensation in Winsen
Celler Land Winsen Kleine Sensation in Winsen
09:05 24.04.2019
Das renommierte Kuss-Quartett ist in Winsen zu erleben. Dabei wird auch eine echte Stradivari-Geige zu erleben sein, die seinerzeit der Virtuose Niccolo Paganini gespielt haben soll. Quelle: Kay-Christian Heine
Winsen

Lange schon war es mit Oliver Wille vom Kuss-Quartett ins Auge gefasst, dass man miteinander reden würde über das Konzert in Winsen. Dass ein Ensemble solchen Kalibers dort gastiert, obwohl es sonst in den großen musikalischen Zentren der Welt zu Hause ist, das ist keineswegs selbstverständlich. Es ist aber aus Sicht des Ensembles keine Sache, die als einmaliges Zugeständnis an einen kleinen, engagierten Veranstalter zu verstehen ist. In diesem Sinne zumindest hat sich der zweite Geiger und organisatorische Kopf des Quartetts, eben Oliver Wille, schon vor längerer Zeit geäußert.

Das Kuss-Quartett spielt wegen der besonders intensiven und von direktem Kontakt mit dem Publikum geprägten Atmosphäre in kleinen Räumen sehr gerne in solchen. Und bei Spezialistenfestivals. „Da und dort ist die Konzentration des Publikums immer besonders groß.“ Gerade dort erklärt Oliver Wille auch dem Publikum auch das eine oder andere zu den ausgewählten Stücken. Oder zu anderen Umständen, die etwas mit dem Abend zu tun haben. So ist es auch für den morgigen Abend geplant, wenn das Kuss-Quartett um 19.30 Uhr in Winsen zwei späte Streichquartette Beethovens spielen und Wille das Wort ergreifen wird. Ob er dabei in erster Linie über die beethovenschen Gipfelwerke der Quartettliteratur reden wird oder über die neuesten Entwicklungen seines Quartetts?

Legendäre Instrumente

Angesprochen auf diese sprudelt es aus ihm heraus: „Es gibt super Neuigkeiten: Wir haben gerade den Zuschlag für das sogenannte Stradivari-Quartett namens „Paganini“ von der Nippon Foundation Tokio bekommen. Das sind die Instrumente, die früher die legendären Kollegen vom Cleveland-Quartett und vom Tokio-Quartett gespielt haben. Seit deren Karriereende werden diese Instrumente nicht mehr langfristig vergeben. Und nun konnten wir die Instrumente ergattern für unsere Aufnahme sämtlicher Beethoven-Quartette. Ende März hat sich das entschieden. Und ich sitze jetzt gerade im Flughafen Frankfurt und warte auf meinen Flieger nach Tokio. Ich hole die beiden Violinen für meine Kollegin und mich. Ich habe leider nur ganz kurz Aufenthalt dort. Hoffentlich klappt das alles.“

Dann erzählt er noch vom Versicherungswert dieser Instrumente von mehreren Millionen Dollar und davon, dass das Winser Konzert das erste Konzert sein wird mit den neuen Instrumenten. Und muss dann auch schon weiter. „Ich melde mich, sobald ich wieder zurück bin.“ Das tat Wille, der ja auch Chef der Sommerlichen Musiktage in Hitzacker ist, per App nicht einmal 36 Stunden später, wieder zu Hause in Hannover angekommen: „Bin wieder zurück. Was für ein Abenteuer. Gehe nun mal üben.“

Übrigens: Das Stradivari-Quartett „Paganini“ ist der wohl einzige komplette Satz von vier Instrumenten für ein Streichquartett vom berühmtesten Geigenbauer aller Zeiten, Antonio Stradivari. Auf der Geige für das erste Pult im Quartett soll der seinerzeit angehimmelte Virtuose Niccolo Paganini gespielt haben. Dieser war so etwas wie der erste Superstar seiner Branche. Frauen trachteten nach seinen Locken. Andere sollen bei seinen Konzerten der Ohnmacht nahe gewesen sein. In Winsen wird eines seiner Instrumente das erste Mal nach vielen Jahren zu hören sein. Wenn das kein zusätzlicher Grund ist, ins Groode Hus zu kommen.

Karten für 14 Euro, Schüler und Studenten 8 Euro (Abendkasse
16 Euro/10 Euro) gibt es im Keramikstudio Köhler und bei Pusteblume in Winsen, bei Sternkopf und Hübel in Celle oder per Telefon (0175) 7653965.

Von Reinald Hanke

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Andreas Babel 16.04.2019