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Winsen Und es geht doch!
Celler Land Winsen Und es geht doch!
12:51 11.03.2019
Über eine große Leinwand im Altarraum konnten die Besucher das Benefizkonzert Olga Persits an der kleinen Orgel verfolgen. Quelle: Kimberly Wojahn
Winsen

Da staunte man nicht schlecht: Die in Winsen lebende, aber in Hittfeld tätige Organistin Olga Persits hatte für ihr Benefizkonzert zugunsten der Kirchengemeinde, in der sie an der Orgel übt, ein Konzertprogramm mit einem Finalstück zusammengestellt, das wohl noch nie in Winsen erklungen sein dürfte: Franz Liszts hochromantisches, die Orgel als großes Orchester begreifendes Stück „Präludium und Fuge über BACH“. Bei diesem Stück mit seinen immer wieder neu anrollenden Klangsteigerungen denkt man eher an große Kirchen mit entsprechenden Orgeln und mindestens drei Manualen und doppelt so vielen Registern wie sie in Winsen tatsächlich vorzufinden sind. Persits hat, so war zu erleben, tatsächlich das Kunststück fertig gebracht, dieses Stück so auf der eher kleinen Winser Orgel so zu spielen, dass man kaum etwas vermisste. Sie führte virtuos den Beweis, dass man als Könner auch an einer für das ausgewählte Stück vollkommen unpassenden Orgel ein solches überzeugend darbieten kann. Zu Recht war das Publikum begeistert am Ende des Konzerts.

Dass die Winser Kirchengemeinde es zudem noch geschafft hat, das Spiel der Organistin auf eine riesige Leinwand im Altarraum zu übertragen, sodass das Publikum der Künstlerin zuschauen konnte, das zeigte einmal mehr, wie viel Kirche kann, wenn sie denn gefordert wird und sich fordern lässt. Da könnte sich manch andere Kirchengemeinde mehr als eine Scheibe abschneiden. Aber Winsen hat eben nicht nur mit Christoph Ricker einen sehr musikaffinen Pastor, sondern auch einen Kirchenvorstand und eine Kirchengemeinde, die mitzieht. Und mit Olga Persits lebt in Winsen zur Zeit eine Organistin, die durchaus das Zeug hat zur erfolgreichen Konzertmusikerin, denn sie verfügt über eine souveräne Technik, die es ihr ermöglicht, selbst schwierige und anstrengende Passagen fast schon lässig zu spielen. Außerdem sehr positiv: Ihr Spiel ist so ganz und gar nicht geprägt von der an den hiesigen Musikhochschulen momentan zumeist gelehrten eher kleingliedrigen und pointierten Spielart. Persits Spiel wirkt da fast wie aus der Zeit gefallen. Sie versucht, in ganz traditioneller Art zunächst einmal ein perfektes gebundenes Spiel zu praktizieren. Das gelingt ihr bei denjenigen Stücken, die dafür geeignet sind, bestens. Da überzeugte zunächst die zweiten Orgelsonate Felix Mendelssohn-Bartholdys obgleich Persits Spielart hinsichtlich der Tempi manchmal etwas mutlos wirkte. Hervorragend dann auch die tückische Es-Dur-Triosonate von Johann Sebastian Bach. Auch da hätte man sich vielleicht extremere Tempi vorstellen können, aber letztlich wirkte Persits Tempowahl dann doch zwingend. Die anschließende Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach litt dann allerdings etwas unter der so gemäßigten Spielweise der Organistin, denn gerade diese galante Musik braucht eher Zuspitzung und spielerische Lust als Gelassenheit. Und dann kam noch besagte Liszt-Interpretation, über die man im positiven Sinne nur so staunte. Auf ein hoffentlich baldiges Neues. Dann vielleicht auch mal mit Max Reger, Cesar Franck oder Charles Marie Widor als Experiment an der Winser Orgel?

Von Reinald Hanke

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