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Winsen Kopftuch hat viele Bedeutungen
Celler Land Winsen Kopftuch hat viele Bedeutungen
16:23 19.10.2018
Quelle: Andreas Gebert
Winsen

Der Landfrauenverein Winsen-Wietze hatte in Kooperation mit dem Heimatverein zum Vortrag „Kopftuch gleich Unterdrückung?“ von Religions- und Islamwissenschaftlerin Gundula Krüger eingeladen.

Getreu dem Titel der Veranstaltung, „Die Rollen von Musliminnen in Koran, islamischer Normenlehre und Familie“, erhielten die Besucher zunächst eine umfassende Einführung in die Thematik. In mehr als 50 Ländern gilt der Islam als Mehrheitsreligion, wobei diese abhängig vom jeweiligen Land in unterschiedlichen Ausprägungen und Lebensweisen ausgeübt wird. Der Frau käme innerhalb dieser Religion eine besondere, vor allem andere Rolle zu, die von den Vorstellungen eines westlichen Frauenbildes abweiche.

Um dieses Rollenverständnis näher zu erläutern, ging Krüger unter anderem auf die Aspekte Gleichberechtigung im Koran, die Stellung der Frau im Ehe- und Familienrecht sowie die sogenannten „Schleierverse“ im Koran ein. So erfuhr das überwiegend weibliche Publikum, dass es unterschiedliche Arten der Verschleierung gibt, wobei das Kopftuch vielfach konnotiert ist. Bei der Generation "40plus" gelte es stellenweise als rückständig, während es für junge Mädchen Teil einer gewissen Popkultur sein könne, in der das Kopftuch vor allem als modisches Accessoire genutzt würde. „Da ist es anstelle von Verhüllung viel eher ein Bestandteil der Abnabelung und ein Instrument, um mit knalligen Farben auf sich aufmerksam zu machen“, so Krüger weiter.

Neue Erkenntnisse gab es für die überwiegend weiblichen Zuhörer auch beim Thema Ehe und Familienrecht. „Im Islam wird sehr früh geheiratet, zwischen 18 und 25 Jahren. Frauen, die mit 26 noch unverheiratet sind, gelten als schwer vermittelbar. Bei ihnen wird dann davon ausgegangen, dass sie irgendeinen Makel haben“, erläuterte Krüger. Erst mit der Ehe gebe es die Legitimität für Sexualität. Ledig zu sein sei unüblich, da die Hochzeit als religiöse Pflicht gelte. Hauptsächlich handele es sich bei einer Heirat jedoch um einen Vertrag zwischen zwei Familien, nicht um ein Bündnis, das aus Liebe eingegangen werde.

Auf den Vortrag folgte eine Diskussionsrunde. Auf die Frage, wie gut die Chancen für einen „aufgeklärten“ Islam stünden, sagte Krüger, dass es in den Golfstaaten und in Jordanien bereits modernere Interpretationen der Glaubenslehre gebe. Dennoch sehe sie die Gefahr, dass ein „weltweites Konservativismus-Comeback“ dazu führe, dass sich alte Muster wiederholen würden. Auch in Bezug auf die Verhüllung der Frau käme es auf die Ausprägung des Islams in der jeweiligen Gegend an. So habe beispielsweise eine vollständige Verhüllung eines sechsjährigen Mädchens rein gar nichts mit Islam zu tun, sondern ausschließlich mit Fundamentalismus, betonte Krüger.

„Sie haben mir sehr viel gegeben, weil ich im Grunde vorher viel zu wenig wusste“, bedankte sich eine Frau für den Vortrag. Zuhörerin Anette Icken betonte die Komplexität des Themas: „Ich verstehe vieles jetzt besser, weil ich zweimal im Iran war und vor Ort gesehen habe, wie die Menschen leben.“

Von Stefanie Franke

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