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Winsen Lindhorst nimmt nächste Hürde
Celler Land Winsen Lindhorst nimmt nächste Hürde
16:55 08.07.2011
Von Simon Ziegler
Sandkuhle Walle, geplanter Standort der Biogasanlage Quelle: Peter Müller
Winsen (Aller)

Rund 20 Bürger haben am Donnerstag die Debatte im Bauausschuss zu dem wohl umstrittensten Projekt der vergangenen Jahre in der Gemeinde Winsen verfolgt: der Biogasanlage von Walle. Es waren vor allem die Gegner, die ins Winser Rathaus kamen.

Nach über eineinhalb Jahren Diskussion steht die politische Mehrheit nach wie vor hinter dem Millionenprojekt. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde eine neue Version der Zwei-Megawatt-Anlage gebilligt. Vor allem die Zufahrt zur Sandkuhle Walle hat sich verändert. War früher die Anbindung an den Offener Heuweg vorgesehen, wird jetzt aus planerischen Gründen eine unmittelbare Zufahrt zur Landesstraße favorisiert. Die Bauleitplanung wird frühestens im kommenden Frühjahr abgeschlossen.

In der Diskussion griff Albrecht Hoppenstedt, parteiloser Ratsherr und Kritiker von Jürgen Lindhorst, die Pläne scharf an, nachdem es ihm und der früheren CDU-Politikerin Dorothea Voßberg-Berger nicht gelungen war, die Biogasanlage von der Tagesordnung abzusetzen. So müssten für die Zuwegung zum Standort 1,5 Hektar alter Kiefernbestand gerodet werden. Dies wurde von Ortsplanerin Silvia Petersen bestritten. Auch sei laut Hoppenstedt statt einer weiteren Anlage in der Sandkuhle Walle eine Erweiterung der Lindhorst-Biogasanlage im Gewerbegebiet Schmalhorn möglich. Auch das wird von Petersen und dem Sprengstoff-Experten Klaus Steiner, der sich zum Bundeswehr-Munitionsdepot in Schmalhorn äußerte, bestritten. Dort seien die Lindhorst-Pläne nicht umsetzbar, sagen die Experten. Der Waller Ortsrat hatte von der Verwaltung eine Überprüfung von Schmalhorn als Alternativstandort gefordert. Nach Angaben von Bauamtsleiter Berthold Walter sei der Verwaltungsausschuss am Dienstag über die gutachterlichen Stellungnahmen informiert worden.

Die Pläne zum Bau einer Biogasanlage in Walle wurden erstmals im Oktober 2009 öffentlich. Zunächst hieß es, das Biogas solle nach Bergen-Hohne transportiert werden und dort in einem Blockheizkraftwerk verstromt werden. Mit der Abwärme könnte das Britencamp Bergen-Hohne beliefert werden, hieß es vor dem angekündigten Abzug der britischen Streitkräfte. Davon ist der Investor inzwischen abgerückt. Laut Walter plant Lindhorst jetzt, das Biogas so aufzubereiten, dass es ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. In der Sandkuhle Walle sollen acht Behälter in unterschiedlichen Größen errichtet werden.

24 Bürger hatten im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung Einwände gegen das Projekt vorgebracht. Bei der Präsentation des aktualisierten Entwurfs sagte Planerin Petersen, dass Gutachten zum Verkehr, Lärm und zum Geruch vorliegen. Eine Beeinträchtigung der Ortschaft Walle sei nicht zu erwarten. Genau das wird von vielen Wallern nicht geglaubt. „Von unserem Steuergeld versauen sie die Umwelt“, kritisierte einer der Zuhörer.