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Winsen Meißendorferin wird mit neuer Lunge zur Leichtathletin
Celler Land Winsen Meißendorferin wird mit neuer Lunge zur Leichtathletin
12:45 05.06.2018
Von Michael Ottinger
Meißendorf

Meißendorf. Die Gedanken sind das Schlimmste. Zusammen mit dem Warten. Als Katharina Bartsch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) liegt, und kurz davor ist zu erfahren, ob sie eine neue Lunge bekommt, kreisen ihre Gedanken um den Spender. „Der Mensch, der mir das Weiterleben ermöglicht, lebt dann wahrscheinlich noch“, sagt Bartsch. Kurze Zeit später wird er tot sein, doch mit etwas Glück wird er der jungen Meißendorferin ein neues Leben geschenkt haben.

Um auf das Schicksal von Menschen wie Katharina Bartsch aufmerksam zu machen, wird jährlich am 2. Juni der Tag der Organspende begangen. Denn allein in Deutschland warten laut Vermittlungsstelle Eurotransplant etwa 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Als Katharina Bartsch von ihrer Erkrankung erfährt, liegt der Tag ihrer Transplantation noch in weiter Zukunft. Mit 23 Jahren merkt die heute 28-jährige Technikerin, dass etwas nicht stimmt. Ihre Kondition lässt immer stärker nach.

„Ich dachte zuerst, ich müsste nur meinen inneren Schweinehund überwinden und an meiner Ausdauer arbeiten“, erklärt Bartsch. Doch immer öfter bleibt ihr die Luft weg. Kurz nach ihrem 24. Geburtstag muss sie dann ins Krankenhaus. Ein Experte stellt fest, was sie plagt, ist eine seltene Krankheit: Pulmonale Hypertonie, umgangssprachlich Lungenhochdruck. Ihr Herz pumpt gegen ihre verengten Gefäße in der Lunge an und droht dabei zu versagen. Nachdem die Diagnose gestellt ist, verbringt die Meißendorferin drei Wochen in der MHH. Bartsch muss von nun an Medikamente nehmen, die ihr über einen Apparat verabreicht werden, der über Schläuche direkt in ihren Blutkreislauf führt. Das Gerät ist handlich genug, damit sie ihren Alltag bestreiten kann. Doch von nun an muss sie auf sich aufpassen.

„Einmal kam ein großer Hund auf sie zu, der gefährlich nah mit seinem Maul an ihren Schläuchen war“, erinnert sich Viola Bartsch, Katharina Bartschs Frau. Dabei ging alles gut, doch das Erlebnis prägte sich bei den Frauen ein. Später erhielt die Meißendorferin ein anderes Gerät, das komplett in ihren Körper implantiert wurde. „Das war sehr befreiend.“

Doch die anfängliche Freude sollte bald weichen. Denn trotz der Medikamente geht es ihr immer schlechter. Ihre Ärzte sehen irgendwann keine andere Wahl mehr, als über die Möglichkeit einer Lungentransplantation zu reden. Bevor sie jedoch überhaupt auf die Liste für ein neues Organ kommt, stehen zahlreiche Überprüfungen an. Sie erfährt dabei viel über das Organ, dass ihr solche Probleme bereitet. Dass eine Lungentransplantation besonders schwierig sei, weil das Organ so empfindlich ist. Und dass nach fünf Jahren nur noch etwa 50 Prozent der Lungentransplantierten weiterleben. Denn die Lunge ist fragil und ständig über die Luft Keimen, Bakterien und Schadstoffen ausgesetzt. Zudem kommt das Problem, dass jedes transplantierte Organ irgendwann vom Körper abgestoßen wird. Dagegen muss man Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen. „Einer der Ärzte meinte zu mir: ‚Früher hat die Lunge für sie gelebt, danach müssen sie für die Lunge leben‘“, erzählt Katharina Bartsch. Ob sie dazu bereit ist? „Ich habe von vornherein gesagt, dass ich alles tue, um weiterzuleben.“

Ab dem 10. Januar 2016 soll es dann soweit sein: Katharina Bartsch soll offiziell gelistet werden. Doch solange kann sie nicht warten. Als sie am 16. Dezember die Treppe hochgeht und ihr schwindelig wird, muss der Krankenwagen kommen. Die Ärzte entscheiden, dass sie sofort auf die Liste muss.

Die Meißendorferin hinterlegt fünf Telefonnummern im Krankenhaus. Von nun an lebt sie auf Abruf. „Da wird man nervös.“ Geht sie einmal nicht ans Telefon, könnte sie ihren Wartelistenplatz verlieren. Als ihr Handy zum ersten Mal klingelt, ist sie gerade mit Freunden im Urlaub an der Ostsee. „Wir waren gerade im Ferienhaus angekommen“, sagt sie. Da musste sie los. „Das hat mir gar nicht gepasst." Als sie dann die Nachricht erhält, dass mit der Spender-Lunge etwas nicht in Ordnung sei und sie doch nicht transplantiert werden könne, ist sie im ersten Moment erleichtert. „Ich war nicht bereit.“

Beim zweiten Anruf am 5. Januar ist das anders. Und dieses Mal gibt es auch kein Problem mit der Lunge, sodass sie nach einer sechsstündigen Operation mit ihrem neuen Organ aus der Narkose erwacht. Danach beginnt die Arbeit. Sie muss bestimmte Atemübungen machen und in die Reha.

Neben der Krankengymnastik hat Katharina Bartsch schon während ihrer Zeit im Krankenhaus den Entschluss gefasst, mit dem Sport anzufangen. Seit ihrer Transplantation hat sie sich zu einer erfolgreichen Leichtathletin entwickelt. Erst kürzlich gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften für Transplantierte zwei Silbermedaillen. „Nach einer Transplantation lebt man bewusster und Sport ist die beste Medizin“, so die Leichtathletin.

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